Kinder in der 9. Schulstufe, die aus der Ukraine geflüchtet sind, sollen in Wien per Distance Learning ihren Pflichtschulabschluss absolvieren können. Dafür startet ein kostenloses Angebot Mitte nächster Woche an der VHS Albin-Hanson-Siedlung (Favoriten), wo rund 50 bis 60 Plätze zur Verfügung stehen. Wie groß der tatsächliche Bedarf ist, ist aber noch nicht ganz klar. Um Anmeldungen wird unter [email protected] gebeten.
Bereit stehen Arbeitsplätze mit einer sehr guten WLAN-Verbindung an VHS Standorten und ukrainische Pädagogen für alle Schüler mit Wiener Meldeadresse fünf Tage die Woche. Die Betreuung läuft immer vormittags vier bis fünf Stunden ab Mitte April bis zum 31. Mai. Geschaffen wurde das Angebot von der Abteilung für Integration und Diversität (MA 17), der Wiener Bildungsdirektion und den Wiener Volkshochschulen in Kooperation mit der Ukrainischen Samstagsschule in Wien.
Hintergrund des Angebots ist, dass ein ukrainisches Abschlusszeugnis in Österreich anerkannt werden kann. Das Bildungsministerium stellt auf Antrag eine Bewertung aus, die die Vergleichbarkeit mit einem österreichischen Schulabschluss ermöglicht.
"Wir bieten in Wien rasche, unbürokratische Lösungen, um den jungen Menschen ihren Schulabschluss zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass sie trotz des tragischen Krieges in der Ukraine ihre Bildungslaufbahn nahtlos fortsetzen können und so eine Chance auf Bildung und eine Zukunftsperspektive bekommen", sagt Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) zu dem Angebot.
Unterstützung kommt vom Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen Herbert Schweiger: "Krieg nimmt jungen Menschen nicht nur das Zuhause, sondern unterbricht auch ihre Bildungsperspektive." Bildungsdirektor Heinrich Himmer ergänzt: "Jede Maßnahme, die Kindern Chancen gibt und das Weiterkommen fördert, unterstütze ich aus großer Überzeugung. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die es möglich machen jedes Kind in den Mittelpunkt zu stellen, egal woher es kommt."