Gratis-Nachhilfe: ÖVP warnt vor Lehrermangel

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Im Herbst startet die angekündigte Gratis-Nachhilfe in Wien zumindest im Volksschulbereich. An allen öffentlichen Schulen werden je nach Klassenzahl Förderstunden abgehalten, für Standorte mit einer Vielzahl von Schülern mit besonderen Bedürfnissen werden zusätzliche Kontingente zur Verfügung gestellt. Die Wiener Volkspartei befürchtet aufgrund des zusätzlichen Angebotes einen Lehrerengpass.

. Die Wiener Volkspartei befürchtet aufgrund des zusätzlichen Angebotes einen Lehrerengpass.

Jeweils vor den Sommerferien wird der Bedarf am Standort analysiert, darauf basierend werden die Stunden zugeteilt. Welche Schüler wie viel Nachhilfe erhalten, entscheiden die Lehrer vor Ort. "Beispielsweise können schwache Leistungen in Deutsch oder Mathematik, eine drohende Klassenwiederholung, mangelhafte Hausübungen oder ein starker Leistungsabfall Kriterien für eine zusätzliche Förderung sein", so Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) am Mittwoch in einer Aussendung.

Zustimmung der Eltern nötig

Das Förderprogramm soll direkt am Standort idealerweise in Gruppen von fünf bis zwölf Schülern durchgeführt werden, die Eltern müssen der Teilnahme zustimmen. Die Dauer des Kursbesuchs wird je nach Schüler individuell festgelegt. Im Zentrum stehen Mathematik, Deutsch, Lesen und Deutsch als Zweitsprache. Es sollen entweder bereits aktive Lehrer im Rahmen ihrer Lehrverpflichtung oder zusätzliche Lehrer eingesetzt werden.

Konzept für Höhere Schulen wird im Sommer erstellt

Für die geplanten Förderstunden an Neuen Mittelschulen (NMS) und AHS-Unterstufen ab dem Sommersemester 2015 soll das Detailkonzept diesen Sommer erarbeitet werden. Für diese Schultypen ist eine enge Kooperation mit den Volkshochschulen geplant. Insgesamt will die Stadt Wien 20 Mio. Euro pro Jahr in ihr Projekt "Förderung 2.0" investieren.

ÖVP warnt vor Lehrerengpass

Die Wiener Volkspartei warnt vor einem Lehrerengpass als Folge des geplanten Gratis-Nachhilfeangebots. Die Ankündigung, dass die Förderstunden auch durch schon im Dienst stehende Pädagogen erteilt werden sollen, sei ein "schlecht gemeinter Scherz". Immerhin habe Wien schon seit Jahren zu wenige bzw. viele nicht fertig ausgebildete Lehrer, so Bildungssprecherin Isabella Leeb in einer Aussendung.

Schulleiter würden sich bereits bei der VP beklagen, dass sie auf Weisung des Stadtschulrates Lehrer vom Vormittag für die Gratisnachhilfe am Nachmittag umschichten müssten. Im Stadtschulrat weist man das zurück, der Stellenplan für den Unterricht werde erstellt wie schon bisher und stehe auch heuer erst mit Beginn des Schuljahrs definitiv fest. Die Lehrer für die Förderkurse würden davon unabhängig aus einem Extratopf finanziert.

 

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