Niederösterreich

Gratis-Pizza für Polizeihelden passte Ministerium nicht

Gratis-Pizza als Zeichen der Solidarität mit der Polizei: Nur in Lassee kam die Aktion nicht so gut rüber, das Posting musste gelöscht werden.
06.11.2020, 21:25

Pako Erbas (29), Gastronom aus Wr. Neustadt und Besitzer der Pizzeria "Bella Italia" war am Montag im ersten Bezirk in einer Cocktailbar, bekam die Schüsse live mit und redete mit einem Beamten: "Der zitterte am ganzen Körper, er tat mir leid. Ich war aber beeindruckt vom Handeln der Polizei."

Foto gepostet - Win-Win-Situation

Also entschloss sich der 29-jährige Unternehmer zehn Pizzen für die Polizei Burgplatz, Josefstadt und Flugfeld in Wr. Neustadt zu machen - dann ein Foto mit den Beamten samt Pizza, ein Posting auf Facebook und eigentlich alle haben gewonnen, würde man meinen. Die Beamten sind versorgt, das Lokal hat eine nette Werbung und die Exekutive erfährt Wertschätzung der Bevölkerung. "Ich wollte damit auch andere Lokale in NÖ animieren", erzählt Pako E.

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Pizzen auch in Lassee

Die Aktion wurde von "Pizzeria Ristorante Lassee" kopiert, einige Pizzen und Getränke wanderte zur Polizeistation Lassee (Bezirk Gänserndorf). Dann folgte ein Posting mit Foto von Zusteller und Polizist (mit Masken) und folgendem Text: "Vielen Dank für Euren Dienst zum Schutz der Bevölkerung. Unseren Dank für Euren Mut, Tapferkeit und Bereitschaft kann man in Worten nicht ausrücken. Als kleines Dankeschön haben wir unseren Beamten ein paar Pizzen und Getränke vorbeigeschickt."

"Posting weg, sonst kommt Finanz"

Doch wenig später soll ein unerfreulicher Anruf gekommen sein: "Ein Mann aus dem Ministerium oder der Exekutive meinte, man dürfe solche Geschenke nicht annehmen. Und man solle das Pizza-Posting mit der Polizei sofort löschen, sonst schicke er das Finanzamt vorbei", erzählt Pako E. über das Schicksal seines Kollegen aus Lassee.

Pizza wurde bezahlt

"Heute" fragte bei der LPD NÖ nach, diese verwies ans BPK Gänserndorf nach, Chef Heinrich Kirchner dazu: "Im Endeffekt haben die Kollegen aus Lassee die Pizzen zwar genommen, aber dann selbst bezahlt. Sie sind einfach von den Vorgängern im Innenministerium so gezeichnet, einige waren da immer sehr scharf. Somit kann in keinster Weise der Geruch der Befangenheit haften bleiben. Gerade am Land, wo fast jeder jeden kennt, könnte das leicht zu Unstimmigkeiten, Gerüchten und Konflikten führen."

"Das ist doch nicht zu glauben, eine menschliche Geste so zu kommentieren und sogar mit dem Finanzamt drohen. Der Pizzeria-Betreiber aus Lassee versteht die Welt nicht mehr", meint Pako E. Anderseits: "Grad am Land ist das heikel, einige könnten dann glauben, sie werden eventuell nicht mehr gestraft", so ein Beamter dazu.