Ein 70-jähriger Grazer steht im Verdacht, innerhalb der vergangenen vier Wochen mit Luftdruckwaffen Schießübungen in seiner Wohnung im Bezirk Lend unternommen zu haben. Bei dieser unüberlegten Aktion wurden Unbeteiligte gefährdet. Auch Sachbeschädigung meldet die Polizei.
Vom Balkon geschossen
Am Freitagvormittag wurde eine Streife der Polizeiinspektion Hauptbahnhof von Mitarbeiterinnen eines Geschäftslokales angesprochen, weil sie mehrere Beschädigungen am Gebäude festgestellt hatten und sich nicht erklären konnten, woher diese kamen. Die Polizisten stellten daraufhin fest, dass es sich bei den Beschädigungen offensichtlich um kleinere Einschusslöcher handelte. Außerdem fanden sie am Gehsteig Munition für Luftdruckwaffen.
Bei der weiteren Nachschau bemerkten die Polizisten auf einem Balkon sieben nebeneinander aufgestellte Bierdosen, die augenscheinlich als Ziel verwendet wurden. Die Beamten forderten Unterstützung an, um die betreffende Wohnung zu durchsuchen.
"Der 70-Jährige öffnete die Wohnungstüre und stimmte einer Nachschau in der Wohnung zu. In dieser wurden von den Beamten eindeutige Spuren, die auf Schießübungen schließen lassen, festgestellt", gibt die LPD Steiermark bekannt.
Mann von Geschoss getroffen
Bei der Vernehmung des Verdächtigen gestand dieser. Er gab an, dass er nicht geglaubt habe, dass die Munition so weit fliegen würde. Sämtliche Waffen und Munition wurden dem 70-Jährigen abgenommen, gegen ihn wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Die Angestellten des Geschäftslokales gaben außerdem an, dass im Zeitraum zwischen 2. und 7. Juli ein Kunde von einem Geschoss im Bereich der Beine getroffen wurde. Er blieb glücklicherweise unverletzt.
Die Polizeiinspektion Graz-Hauptbahnhof ersucht nun Zeugen oder Opfer, die im Bereich Alte Poststraße 70 bis 140 Verletzungen oder Beschädigungen, die auf diesen Sachverhalt zurückzuführen sind, erlitten haben, sich unter der Telefonnummer 059133/6584 zu melden.
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(red)