Grazer Amoklenker wusste genau, was er tat

Drei Tote und 36 teils schwerst Verletzte, ganz Österreich unter Schock: Als Alen R. (26) am 20. Juni 2015 durch die Innenstadt von Graz und mitten durch die Menschenmenge raste, richtete er ein Blutbad an. Nun ist ein erstes Gutachten fertig, das besagt, dass R. bei der Tat zurechnungsfähig war und genau wusste, was er tat. Außerdem sei er als hochgefährlich eingestuft worden.

Wie die "Krone" berichtet, empfiehlt einer der beiden Gerichtssachverständigen im Gutachten, dass R. aufgrund seiner Gefährlichkeit in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht werden sollte. Außerdem ist er sich sicher: Der Mann war sich seiner Tat und den Folgen voll bewusst - im Vorfeld wurde damit spekuliert, dass R. nicht zurechnungsfähig gewesen sei.

Ein zweites Gutachten, das von der Anklage in Auftrag gegeben wurde, steht laut Bericht noch aus. Bei der Amokfahrt in Graz raste R. in einem grünen Geländewagen um 12.15 Uhr vom Gries- zum Hauptplatz und durch die Schmiedgasse und überfuhr vorsätzlich Fußgänger und Radfahrer. Zwischenzeitlich sprang er außerdem aus seinem Auto und verletzte zwei Menschen mit einem Messer schwer. 

Aggressiv, suizidial

R. war als Vierjähriger vor dem Bosnienkrieg nach Österreich geflohen und hat die österreichische Staatsbürgerschaft. Der als Kraftfahrer tätige Mann wurde bereits im Mai für zwei Wochen aus der Wohnung, wo er mit seinen beiden Kindern und seiner Frau lebte, verwiesen. Die Frau ging ins Frauenhaus, R. bekam ein Betretungsverbot für die Wohnung der Familie.

Nach der Bluttat zeigte sich R. in Haft äußerst aggressiv, unkooperativ und suizidial. Auch wegen der Emotionalität des Falles wurde R. von der Justizanstalt Graz-Jakomini in einen gesicherten Haftraum in der Justizanstalt Wien-Josefstadt verlegt.

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