Österreich

Grazer Bürgermeister Nagl: "Grenze dicht machen"

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:47

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) sorgt mit Aussagen zur Flüchtlingskrise in einem Interview für Aufregung. Er forderte, dass die Grenze zu Slowenien "dicht gemacht" werden und die Hilfe für alle ankommenden Männer gestoppt werden müsse. Ansonsten drohe der Steiermark die völlige Überforderung.

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) sorgt mit Aussagen zur "dicht gemacht" werden und die Hilfe für alle ankommenden Männer gestoppt werden müsse. Ansonsten drohe der Steiermark die völlige Überforderung.

"Wir müssen die Grenze zu Slowenien dichtmachen, so gut das möglich ist. Völlig undurchlässig kann man keine Grenze machen", sagte Nagl laut "Steirerkrone". Auch Deutschland werde früher oder später die Grenzen schließen, man brauche daher einen Plan B.

Familien, Frauen, Kindern und Jugendlichen soll laut Nagl weiterhin geholfen werden. "Den Männern, die zu uns wollen, müssen wir aber klar zu verstehen geben, dass für sie hier kein Platz ist", stellte der Bürgermeister klar. "Auf einem Schiff, das in Seenot geraten ist, werden zuerst auch die Kinder und die Frauen gerettet, nicht die Männer". Er nehme "unschöne Szenen" in Kauf, Graz und der Steiermark drohe sonst die völlige Überforderung.

Kritik von SPÖ und Grünen

Grüne und SPÖ kritisierten Nagl umgehend für die Aussage. SPÖ-Graz-Geschäftsführer Bernhard Just nannte den Vorschlag "zynisch", die Grüne Umwelt- und Kulturstadträtin Lisa Rücker warf Nagl vor, die Haltung in der Flüchtlingsfrage aufzugeben.

Ein Sprecher relativierte die Aussagen des Bürgermeisters. Das Gespräch sei "en passant" am Gang geführt worden. Für Nagl sei weiterhin klar, dass bei 507 Millionen EU-Bürgern die Aufnahme von einer Million Flüchtlinge kein Problem wäre. Die Realität sehe aber anders aus, weil nur Schweden, Deutschland und Österreich bereit seien, Flüchtlinge aufzunehmen.

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