Mittwochmittag brach in der im Umbau befindlichen Leiner-Filiale am Grazer Hauptbahnhof Feuer aus. Dabei dürften auch mehrere Gasflaschen explodiert sein. Die Feuerwehr stand im Großeinsatz. Mehrere Straßen wurden gesperrt, ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.
Kurz nach 12 Uhr drang dichter Rauch aus dem Möbelhaus, das gerade umgebaut wird. Anrainer berichteten außerdem von mehreren Explosionen. Arbeiter sagten, das Feuer sei bei Flämmarbeiten ausgebrochen, in der Nähe hätten sich vier Gasflaschen befunden.
Der Brand dürfte durch Flämmarbeiten auf dem Dach des Zubaus des Möbelhauses ausgelöst worden sein, hieß es in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz der Polizei. Erst sei es zu dem Feuer und erst danach zu den zwei Explosionen gekommen. Alle Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sämtliche Stockwerke wurden sofort geräumt, ebenso im benachbarten, angebauten Kleidungshaus C&A.
Brand nach einer dreiviertel Stunde im Griff
Großräumige Straßensperren rund um das Einsatzgebiet am Hauptbahnhof waren erforderlich. Laut Wolfgang Hübel vom Sicherheitsmanagement der Stadt Graz war das gegenüber des Möbelhauses gelegene Stadtamtsgebäude auf eine Evakuierung vorbereitet. Die Berufsfeuerwehr dürfte aber die Lage rasch in den Griff bekommen haben, die schwarze Rauchsäule war nach einer dreiviertel Stunde verschwunden. Über Verletzte lagen vorerst keine Meldungen vor.
Es roch laut einer Augenzeugin "nicht nach brennendem Holz, eher nach verbrannten Plastik oder Teer." Die Grazer Berufsfeuerwehr unter der Einsatzleitung von Heimo Krajnc ging über eine über 20 Meter ausgefahrene Drehleiter mit Löschkorb gegen die Flammen vor. Gegen 12.45 Uhr war der Brand offenbar eingedämmt, es war keine Rauchentwicklung mehr wahrzunehmen.
Verkehrschaos im Bahnhofsgebiet
Unterstützung kam von Tanklöschfahrzeugen der Betriebsfeuerwehr Sappi in Gratkorn und von den Freiwilligen Feuerwehren Judendorf-Straßengel und Eisbach-Rein nördlich von Graz. Durch den Einsatz und die dadurch bedingten Straßensperren kam es im Bahnhofsgebiet zu Stauungen, der Straßenbahnverkehr in dem Bereich war für die Linien 1, 3, 6 und 7 eingestellt, es fuhren Ersatzbusse.
Anrainer in der Annenstraße wurden von der Polizei aufgefordert, wegen der Rauchentwicklung ihre Fenster zu schließen. Das Rote Kreuz stand vorsorglich mit etlichen Fahrzeugen bereit. Ob es Verletzte gegeben hatte, konnte von Sprecher August vorerst nicht bestätigt werden.