Ein Kübel als Klo – Gretas unbequeme Atlantik-Tour

Es werden harte Wochen für Klimaschützerin Greta Thunberg: Die Jacht Malizia ist zwar blitzschnell, aber extrem unbehaglich.
Heute, Mittwoch, ist es um 16.00 Uhr so weit: Greta Thunberg legt ab und segelt zur UNO-Klimakonferenz nach New York. Die vom deutschen Skipper Boris Herrmann gesteuerte "Malizia II" wird im südenglischen Plymouth in See stechen und rund 3.000 nautische Meilen, rund 5.500 Kilometer, über den Atlantik nach New York schippern. Um die 14 Tage soll die Tour dauern.

Klimaneutrale Reise

An Bord sind neben Käpt'n Herrmann, Greta und ihrem Vater Svante auch der Filmemacher Nathan Grossman sowie Herrmanns Segelpartner Pierre Casiraghi, Sohn der Prinzessin Caroline von Monaco. Die Rennjacht soll ausschließlich vom Wind und den Strömungen angetrieben werden. Strom an Bord wird von Solarzellen und Unterwasserturbinen erzeugt. Greta reist klimaneutral.

Aber nicht um jeden Preis: "Wenn etwas schiefgeht, dann werden wir umdrehen", so Greta. Auch den Einsatz des (versiegelten) Dieselmotors an Bord schließt sie nicht aus, sollte es zu einer gefährlichen Situation auf hoher See kommen: "Wenn es Gefahr gibt, dann werden wir solche Geräte benutzen müssen."

CommentCreated with Sketch.52 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Eine ungemütliche Tour

Gretas Segeltörn dürfte eher ungemütlich werden. Mehr als 30 Knoten (55 km/h) macht die "Malizia II" auf dem Wasser. Sobald das Rennboot Tempo zulegt und Wellen gegen den Karbonrumpf schlagen, wird es extrem laut an Bord. "Ab 15 Knoten Geschwindigkeit versteht man unter Deck kaum sein eigenes Wort, ab 20 Knoten wird es infernalisch", schreibt das Fachportal yacht.de. "Und die Schläge und das Rucken im Seegang können einen ohne Vorwarnung von den Füßen holen". Die "Malizia II" sei ein "bis zur Schonungslosigkeit optimierter Renner."



Weder Klo noch Küche

Auf Komfort ist das Boot, das dem deutschen Immobilienunternehmer Gerhard Senft gehört, nicht getrimmt. Ganz im Gegenteil. Als Klo dient ein Eimer, Exkremente werden über Bord geworfen. Eine Kombüse gibt es bis auf einen einsamen Gasbrenner nicht, auf dem Speiseplan steht Astronautennahrung – für Greta vegan. Dusche ist Fehlanzeige. Sie und ihr Papa werden in zwei kleinen Rundkojen schlafen. Medikamente gegen die Seekrankheit sind an Bord. „Ich denke, es wird ein ziemliches Abenteuer", sagte die Schwedin.

Hier noch ein Video von einem Rekord-Törn der Malizia mit Skipper Boris Herrmann.



(red)

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