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Grindr teilt Daten mit Werbepartnern – Millionenstrafe

Ganze 6,4 Millionen Euro muss die Dating-Plattform in Norwegen bezahlen. Sie habe die Privatsphäre ihrer Nutzerinnen und Nutzer verletzt.
20 Minuten
17.12.2021, 18:35

Norwegens Datenschutzaufsichtsbehörde bittet die Dating-App Grindr wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen mit einer Strafe in Höhe von umgerechnet rund 6,4 Millionen Euro zur Kasse. Die norwegische Behörde teilte mit, sie habe Grindr mit der bislang höchsten von ihr verhängten Strafe belegt, weil das Unternehmen mit Sitz im US-Staat Kalifornien gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen habe, indem es sensible persönliche Nutzerdaten mit Hunderten potenziellen Werbepartnern teilte, ohne dafür die Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer einzuholen.

Norwegen ist kein EU-Mitglied, die DSGVO gilt jedoch im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Im Jahr 2020 hatte der norwegische Verbraucherrat Beschwerde gegen Grindr eingelegt, weil Informationen über die Nutzerinnen und Nutzer der App, darunter etwa GPS-Standorte, IP-Adressen und Altersangaben, Drittparteien gegenüber zu Marketingzwecken offengelegt wurden. Dies machte es möglich, die Nutzerinnen und Nutzer der App zu identifizieren und die persönlichen Nutzerangaben weiter zu teilen.

"Nicht ordnungsgemäß"

Die Datenschutzaufsichtsbehörde erklärte, Nutzerinnen und Nutzer seien gezwungen gewesen, die Datenschutzrichtlinie in Gänze zu akzeptieren, um die App zu nutzen. Sie seien nicht spezifisch gefragt worden, ob sie es erlaubten, dass ihre Daten mit Drittparteien zum Zwecke personalisierter Werbung geteilt werden. "Außerdem wurden die Informationen über die Weitergabe personenbezogener Daten den Nutzerinnen und Nutzern nicht ordnungsgemäß mitgeteilt", hieß es. Grindr reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der Direktor für Digitalpolitik beim norwegischen Verbraucherrat, Finn Myrstad, erklärte, die Entscheidung der Datenschützer "sendet ein starkes Signal an alle Unternehmen, die an der kommerziellen Überwachung beteiligt sind".

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