Grinse-Schlepper sorgt erneut für Aufsehen

Der Erstickungstod von 71 Flüchtlingen in einem Kühl-Lkw wird verhandelt. Am 2. Prozesstag sagen die Hauptangeklagten aus.

Der zweite Prozesstag begann mit der Aussage des 30-jährigen afghanischen Banden-Chefs Samsooryamal L. Er sorgte bereits zum Prozessauftakt am Mittwoch für Aufsehen, als er breit grinsend den Gerichtssaal im ungarischen Kecskemet betrat.

Für seine Aussage am Donnerstag bekam er extra einen neuen Dolmetscher zugeteilt. Der ersten Übersetzerin warf er vor, sie würde sinnerfassende Grammatikfehler machen, woraufhin diese wütend mit der Faust auf den Tisch schlug.

Kein Geständnis

Wer auf ein Geständnis von Samsooryamal L. hoffte, wurde jedoch enttäuscht. Er gab zu Protokoll, dass er erst ein Geständnis ablegen werde, wenn alle anderen Angeklagten ausgesagt hätten.

Von den vier Hauptangeklagten kenne er nur zwei, behauptete er. Er will mit Metodi Ivanov G. und Saleh Kassim H. lediglich Autogeschäfte unternommen haben.

Telefonprotokoll belastet ihn

Im Telefonprotokoll der fatalen Schleppung ist jedoch etwas anderes zu lesen: Metodi G. und Samsoor L. sollen den Kühl-Lkw begleitet und nach Polizeistreifen Ausschau gehalten haben.

Samsoor L. habe dem Fahrer des Todes-Lkws aufgetragen, den Flüchtlingen kein Wasser zu geben und nicht die Türen zu öffnen. "Und falls sie sterben sollten, soll er sie dann in Deutschland im Wald abladen", soll er zu Metodi G. gesagt haben.

Das ganze verstörende Telefonprotokoll lesen Sie hier.



(csc)

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