Doku zum runden Geburtstag

Grönemeyer: Verlust von Frau und Bruder war "ein Beben"

Die Musik-Legende spricht zum 70. Geburtstag über die härteste Zeit des Lebens, will aber dennoch optimistisch in die Zukunft blicken.
Heute Entertainment
13.04.2026, 13:09
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Deutschlands gefühlvollster Sänger, Herbert Grönemeyer, feierte am 12. April seinen 70. Geburtstag. Erst kürzlich sorgte er in Wien mit einem akustischen Konzert für Gänsehaut. Zu seinem runden Geburtstag blickt der "Mensch"-Star lieber nach vorne, als zurück: "Man geht quasi ins dritte Drittel und da kann alles passieren. Man entwickelt auch eine gewisse, schöne Radikalität", so der Künstler gegenüber RTL.

Eine neue Platte soll Ende des Jahres oder Anfang 2027 erscheinen. Danach möchte er eine Oper schreiben. Außerdem wird er auch als Dirigent Konzerte geben.

"Da kommt alles zum Stillstand"

Erlebt hat Grönemeyer im Laufe seiner 40-jährigen Karriere viel. Doch vor allem private Schicksalsschläge haben den großen Sänger zu dem Menschen gemacht, der er heute ist. 1998 erlebte er das schwerste Jahr seines Lebens: Innerhalb von nur vier Tagen verlor er seine Frau Anna und seinen Bruder Wilhelm an den Krebs.

Das Paar hatte sich am Filmset von "Uns reicht das nicht" kennengelernt, ihre gemeinsamen Kinder Felix und Marie wurden 1987 und 1989 geboren. Sie waren es, die dem Musiker Kraft gegeben haben, um damals weiterzumachen. Das verrät er gewohnt offen in der ARD-Doku "Grönemeyer: Alles bleibt anders".

"Da kommt alles zum Stillstand. Dann war das wie so ein Beben. Ja, das ist Stille. Aber hilfreich war bei der ganzen Tragik, du kannst dir gar keine große Stille leisten, weil nebenher diese zwei wunderbare Kinder waren,  da wo man sich fragt: 'Was machen wir jetzt?'" Vier Jahre später verarbeitete er diese Tragödie im Album "Mensch", das sich über 3,6 Millionen Mal verkaufte.

"Das können noch zehn Jahre sein"

Der 70-jährige Superstar hat nun wieder viel über die Vergänglichkeit nachgedacht. "Wenn man sieht, was in seinem Umfeld geschieht, wie Menschen älter werden oder wer wann wie gestorben ist, denkt man sich schon mal: Okay, das können zehn Jahre sein, das können 20 Jahre sein", erklärt er. Er wünscht sich eine "tänzerische Leichtigkeit" und will geistig wie körperlich beweglich bleiben.

Auch politisch nimmt er sich, wie gewohnt, kein Blatt vor den Mund. Die Sozialdemokraten hätten ihre Sprache verloren, die arbeitende Bevölkerung fühle sich nicht mehr abgeholt. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz habe mit der Brandmauer zur AfD "einen gravierenden Fehler gemacht", meint er. Er fordert eine "Renovierung der Demokratie".

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