Nach 11 Stunden "Brand aus" im Donauzentrum

Zu einem Großeinsatz kam es am Samstag im "Donauzentrum" in Wien-Donaustadt. Nach knapp elf Stunden waren die Löscharbeiten abgeschlossen.
Das Dach des Donauzentrums in Wien-Donaustadt stand am Samstag seit den frühen Morgenstunden in Flammen. Gegen 7.30 Uhr wurde Alarmstufe 3, gegen 13 Uhr sogar Alarmstufe 4 ausgerufen. Die Flammen waren am frühen Nachmittag von der Berufsfeuerwehr Wien unter Kontrolle gebracht. Die Löscharbeiten zogen sich aber noch bis in die frühen Abendstunden. Um 17.30 Uhr meldeten die Einsatzkräfte dann endlich "Brand aus".

60 Löschfahrzeuge der Feuerwehr und 200 Mann waren den ganzen Tag über im Einsatz. Die Löscharbeiten gestalteten sich für die Einsatzkräfte äußerst schwierig. Teile des Metalldaches mussten mit Kreissägen aufgeschnitten werden, um an die Brandherde zu gelangen.



CommentCreated with Sketch.54 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ein Feuerwehrarbeiter wurde bei Schneidearbeiten am Auge verletzt, wie "Wien heute" am Abend berichtete. Rund 40 Mann sind auch in der Nacht mit Sicherungsarbeiten und der Brandwache beschäftigt.

Zehn Geschäfte beschädigt

Laut Martin Fürsatz, dem Sprecher des Donauzentrums, wurden insgesamt zehn Geschäfte durch das Feuer beschädigt. "Bei insgesamt 260 Geschäften sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Fürsatz gegenüber "Heute.at".

Beim Brand wurde zunächst Alarmstufe 3 ausgerufen, der Brandherd dürfte in einem Bereich des Donauzentrums liegen, in dem Büros angesiedelt sind. Wie "Heute"-Leserreporter berichten, breitete sich das Feuer vom Dach des Donauzentrums rasch aus. Die gesamte Umgebung und das Gebäude wurden gesperrt, auch das anliegende Fitnessstudio wurde geräumt.

Video: Großeinsatz der Feuerwehr im Wiener Donauzentrum

Wegen des Feuerwehreinsatzes wurde die Wagramerstraße stadteinwärts ab der Wintzingerodestraße gesperrt. Der Verkehr wurde örtlich abgeleitet. Die Siebeckstraße ist in diesem Bereich nicht passierbar.



Die Videoaufnahmen vom Brand im Donauzentrum.

Was ist betroffen?

Wie Donauzentrum-Sprecher Fürsatz gegenüber "Heute" erklärt, war vom Brand der vordere Teil des Gebäudes – von der U1-Station Kagran bis zur nahegelegenen Brücke – betroffen. "Die anderen Gebäudeteile des Donauzentrums (zwischen Brücke und Interspar, Anm.) und vor allem das Donauplex (das Entertainment Center des Donau Zentrums, Anm.) sind nicht betroffen", so Fürsatz zu "Heute.at".

Zentrum wird nun komplett gesperrt

Das Donauzentrum wurde zunächst plangemäß um 9.00 Uhr geöffnet, kurz vor 12 Uhr entschied man sich dann aber doch, das Einkaufszentrum und die Parkhäuser zuzusperren. "Die Sperre erfolgt bis auf weiteres, wir schließen das gesamte Center und die Parkhäuser. Offen bleibt nur das Donauplex. Grund ist, dass der Wind gedreht hat", so Fürsatz. Die Arbeiten der Feuerwehr würden unvermindert weiterlaufen.

"Wir möchten euch mitteilen, dass in diesen Minuten aufgrund der zunehmenden Rauchentwicklung auch der hintere Teil des Centers (Brücke bis Interspar) bis auf weiteres geschlossen wird. Vom Brand betroffen ist weiterhin nur der vordere Teil (Eingang bei U1-Station Kagran bis zur Brücke). Das Donauplex bleibt weiterhin geöffnet. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und danken für euer Verständnis. PARKHÄUSER: Ab sofort sind vorsorglich auch die Parkhäuser 1, 2 und 3 geschlossen. Parkhaus 4 beim Donau Plex bleibt geöffnet", heißt es vom Donauzentrum.

>>> Alle Fotos und Videos zum Brand im Donauzentrum

Alarmstufe erhöht sich

Das Bekämpfen des Brands in der Dachkonstruktion gestaltete sich laut der Stadt Wien schwierig, worauf die Berufsfeuerwehr letztlich die Alarmstufe auf 4 hinaufsetzte. Die Flammenherde befinden sich unter einer Blechdach-Konstruktion – das heiße Metall wurde zum Wärmeleiter und beschleunigte das Ausbreiten des Feuers.

Ausgestattet mit Atemschutz und Kreissägen, musste zuerst die doppelte Blechhaut des Daches an mehreren Stellen aufgeschnitten werden, bevor die Einsatzkräfte auf Teleskopmastbühnen von oben löschen konnten.

Rätselraten über Ursache

Was den Brand ausgelöst hat und wie dramatisch die Situation war, kann noch nicht gesagt werden. Die Rauchsäule des Feuers war über mehrere Kilometer in entfernten Bezirken sichtbar. Die Öffi-Linien 25, 26A und 93A konnten den Bereich um das Donauzentrum nicht passieren. Auch Brandermittler haben ihre Arbeit aufgenommen.

>>> So reagiert das Donauzentrum auf den Großbrand

Gefahr durch Gasflaschen

Erste Anzeichen für Rauch sollen im Donauzentrum bereits gegen 6.00 Uhr früh bemerkt worden sein. Später habe sich der Rauch verdichtet und habe laut Zeugen "eigenartig gelblich" ausgesehen. Die Feuerwehr musste im Zuge der Löscharbeiten ein Blechdach öffnen, um an den Brandherd zu gelangen. Gleichzeitig waren Feuerwehrleute damit beschäftigt, Gasflaschen wegen der Explosionsgefahr aus dem Gebäude zu bringen.



Augenzeugen meldeten einen "eigenartig gelblichen" Rauch.

Vorerst keine Meldungen über Verletzte

Die Feuerwehr verstärkte infolge noch einmal ihre Präsenz, es wurden 27 Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge am Brandort gezählt. Die Löscharbeiten am Dach wurden von drei Drehleitern und zwei Kränen aus unterstützt. Bisher meldeten die Einsatzkräfte keine Verletzten.



Die Umgebung des Donauzentrums wurde abgesperrt.

Auch ein Hotel wurde evakuiert

Eine mögliche Ursache des Feuers könnten Umbauarbeiten sein. In dem Bürobereich, in dem das Feuer entstanden sein soll, laufen seit längerer Zeit Arbeiten. Ein nahegelegenes Hotel musste laut "Radio Wien" wegen des Rauchs evakuiert werden.



Bisher meldeten die Einsatzkräfte keine Verletzten.

(rfi/hos)

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