Mehrere Verletzte nach Explosion in Langenzersdorf

Bild der Zerstörung in Langenzersdorf
Bild der Zerstörung in LangenzersdorfLesereporter
Großeinsatz jetzt gerade in Langenzersdorf (Korneuburg): In einer Wohnung eines Mehrparteihauses kam es zu einer Explosion.

Laut ersten Informationen soll es in einer Wohnung eines Mehrparteienhauses in der Schulstraße in Langenzersdorf (Korneuburg) am Freitagmorgen zu einer Explosion gekommen sein. Das Dach des Gebäudes ist eingestürzt, das dritte und vierte Stockwerk schwer beschädigt, wieviele Wohnungen betroffen sind, ist unklar. Auch einige geparkte Pkw und umliegende Häuser wurden beschädigt bzw. zerstört.

Auch Wiener Einsatzkräfte vor Ort

Mehrere Feuerwehren aus dem Bezirk Korneuburg mit 150 Einsatzkräften, die Wiener Berufsfeuerwehr mit einem Spezialfahrzeug für Bauunfälle, zwei Rettungshubschrauber (C3 und C9), Notarztwagen und zahlreiche Rettungwagen sind vor Ort. Auch die Wiener Berufsrettung eilte zum Unfallort, stellte vorsorglich Triagezelte auf. "Wir wissen ja nicht, ob es noch weitere Opfer in den Trümmern gibt", so Daniel Melcher von der Wiener Berufsrettung.

Feuerwehrsprecher Franz Resperger: "Eine Person konnte von der Feuerwehr aus dem Gebäude unverletzt gerettet werden. Derzeit befindet sich der obere Bereich des Hauses in Vollbrand, es gibt einen massiven Löschangriff. Das Gebiet rund um das Haus wurde großräumig abgesperrt."

Heli und Schallortungstruppe

Mittlerweile kreist auch ein Polizeihelikopter über der Unglücksstelle, um die Lage von oben zu beobachten und einzuordnen. Die Wiener Berufsfeuerwehr schickte auch eine Schallortungstruppe nach Langenzersdorf. "Diese Mannschaft kommt zum Beispiel bei Erdbeeben zum Einsatz und soll nach Menschen in den Trümmern suchen", erläutert Franz Resperger. Auch eine Suchhundestaffel ist am Weg zum Unglücksort.

Das Landeskriminalamt NÖ ermittelt jetzt, geht von einem Gasgebrechen aus. Laut Landespolizei Niederösterreich soll es mehrere Verletzte geben, das Rote Kreuz bestätigte bisher vier Verletzte - davon ein Schwerverletzter. "Es gibt drei Leicht- und einen Schwerverletzten zu beklagen. Ob noch weitere Opfer im Gebäude sind, ist zur Zeit noch nicht absehbar", so Sonja Kellner vom Roten Kreuz. 

Gasunfälle im 11-Jahres-Takt

Niederösterreich und Wohnhausexplosionen ist eine längere, tragische Geschichte: Vor elf Jahren, im Juni 2010, flog in St. Pölten ein Haus in die Luft. Das Zweiparteienhaus wurde durch die Detonation nahezu vollständig zerstört und ging in Flammen auf. Die Druckwelle und herumfliegende Teile und Trümmer beschädigten Gebäude in zwanzig Meter Entfernung, fünf Menschen starben. Die wahrscheinliche Ursache: Am Vorabend der Explosion hatte ein Kurzschluss in einer Hochspannungsleitung einen Lichtbogen verursacht, der ein zehn Zentimeter großes Loch in die kreuzende Gasleitung riss. Dann dürfte Gas durch das Erdreich in das Gebäude gesickert sein - mehr dazu hier.

Weitere elf Jahre zuvor, also vor 22 Jahren, Anfang Dezember 1999, war es in Wilhelmsburg (St. Pölten-Land) zu einer verheerenden Explosion gekommen. Bei Renovierungsarbeiten hatte ein Arbeiter eine Gasleitung angebohrt, die Leitung wurde abgedichtet, Messungen ergaben keine erhöhten Gaswerte. Der Strom wurde wieder aufgedreht. Doch das aufgestaute Gas-Luft-Gemisch wurde vom Zündfunken einer Kühltruhe erfasst, ein unsachgemäß verlegtes Elektrokabel kanalisierte die Gaszufuhr. Ein dreistöckige Wohnhaus mit zwölf Wohnungen brach in sich zusammen und hinterließ einen acht Meter hohen und 40 Meter langen Schuttkegel. Neun Menschen fanden den Tod, eine alte Frau wurde nach über 24 Stunden lebend unter zwei Betonplatten gefunden, die Beine mussten vor Ort amputiert werden. Sie starb nach einem Monat im Spital.

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