Niederösterreich

Große Mengen Chemikalien im Braunaubach entdeckt

Im Braunaubach zwischen Hoheneich und Schrems wurden große Mengen Löschpulver entdeckt. Die Feuerwehr musste eine Umweltkatastrophe verhindern.
20.04.2022, 12:16

Die Feuerwehren aus Kleedorf, Hoheneich, Stadt Schrems und Stadt Gmünd mussten in den vergangenen beiden Tagen eine Umweltgefährdung des Braunaubaches zwischen der „Anderlfabrik“ und der Hoheneicher Heweg Wehr im Bezirk Gmünd verhindern.

Am Ostermontag entdeckt

Bereits am Ostermontag wurden rund 50 Florianis zur Anderlfabrik gerufen, da Passanten dort ein vorerst unbekanntes, weißes Medium im Bach und an der Uferböschung entdeckten und die Einsatzkräfte alarmierten. Als erste Maßnahme wurde das lose Pulver abgedeckt und mehrere Proben entnommen. Außerdem wurden Ölsperren im Bachverlauf eingebracht, um die weitere Ausbreitung zu stoppen.

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Im Rahmen der weiteren Erkundung der Einsatzstelle fanden die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei zahlreiche leere und volle tragbare Feuerlöscher, was den Verdacht nahelegte, dass es sich bei dem unbekannten Medium um Feuerlöschpulver handelte. Dieser wurde in der Nacht auf Dienstag auch im Labor bestätigt. Wie diese ungewöhnlich große Menge an Löschpulver an diesen Ort kam, war jedoch nicht nachvollziehbar.

Die ausgebrachten Chemikalien sind laut Feuerwehr für Umwelt und Menschen kurzfristig nicht gefährlich. Im Laufe der Zeit, können sie sich jedoch im Wasser lösen und gefährlich werden. Da vorerst kein Verursacher festgestellt werden konnte, beauftragte die Behörde Feuerwehr mit der Entfernung der Verunreinigungen. In schweißtreibender Arbeit wurde das Pulver entfernt und der Bach dann durchgespült.

Feuerwehr hofft auf Kostenersatz

Wer das Löschpulver freigesetzt hat und aus welchem Grund ist unklar. Die Bezirksverwaltungsbehörde ist nun am Zug einen Verantwortlichen sowie einen Kostenträger für den Feuerwehreinsatz und die Entsorgung ausfindig zu machen.

Die Feuerwehr zieht trotz des hohen Aufwands ein positives Resümee: „Auch wenn niemand von uns versteht, wie jemand auf die Idee kommen kann, Löschpulver in so großen Mengen einfach in der Natur zu entsorgen, sind wir froh, dass wir den Einsatz unfallfrei und erfolgreich beenden konnten. Die Zusammenarbeit über Orts- und Feuerwehrabschnittsgrenzen funktioniert tadellos. Wir hoffen jedoch, dass ein Verantwortlicher gefunden werden kann. Auch wenn wir freiwillig bei der Feuerwehr sind, entstehen uns Kosten für Wartung, Instandhaltung und Treibstoff die aus der Feuerwehrkassa zu decken sind. Sollten wir bei diesem Einsatz durch die Finger schauen, wäre das äußerst schade“, so Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Jochen Miniböck.