Die Fußball-Welt trauert um seinen Größten. Pele ist tot.
Edson Arantes do Nascimento (bürgerlicher Name) ist am Donnerstagabend mit 82 Jahren in Sao Paulo verstorben. Sein Management bestätigt das Ableben der Sport-Legende.
Pele war an Darmkrebs erkrankt. Zuletzt musste er ins Spital, war nach der monatelangen Chemotherapie schwer gezeichnet. Herz und Niere bereiteten Probleme, die Chemotherapie schlug nicht mehr an. Nun hat der dreifache brasilianische Weltmeister den Kampf gegen die schwere Erkrankung verloren.
Die Familie von Pele versammelte sich in den vergangenen Tagen an seinem Krankenbett in der Albert Einstein Klinik von Sao Paulo. Tochter Kely Nascimento teilte mehrfach berührende Bilder mit ihrem Vater, betete für seine Genesung. Am Mittwoch schrieb sie noch über die Verzweiflung und Traurigkeit am Krankenbett.
Mit Pele verliert die Fußballwelt nur ein Jahr nach der argentinischen Ikone Diego Maradona ein weiteres seiner größten Aushängeschilder. 1954, 1962 und 1970 führte Pele sein Heimatland Brasilien zu drei Weltmeistertitel. Mit 1.283 Profitoren, 77 Länderspieltoren für Brasilien, machte sich der Ausnahmekicker im Sport, der ihm alles bedeutete, unsterblich.
In seiner Heimat war Pele ein Held, wird von den Brasilianern vergöttert. Auch, weil er den Großteil seiner Laufbahn in der heimischen Liga verbrachte. Mit nur 15 Jahren unterschrieb er beim FC Santos seinen ersten Profivertrag. Im ersten Spiel schoss er vier Tore. Es folgten 17 gemeinsame Jahre mit 26 nationalen und internationalen Titeln.
Wegen Geldproblemen musste Pele 1975 für zwei Jahre aus seiner Sport-Pension zurückkehren, kickte für NY Cosmos in den USA.
2021 verstarb Maradona im Alter von nur 60 Jahren in Folge einer schwerwiegenden Operation wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn. Von diesem Eingriff sollte sich der Argentinier nie wieder gänzlich erholen. Hier sein bewegtes Leben in Bildern:
Pele kam am 23. Oktober 1940 als erstes Kind von João Ramos do Nascimento und Maria Celeste Arantes in Três Corações im Bundesstaat Minas Gerais zur Welt. Sein Vater, der als Fußballer Dodinho genannt wurde, hoffte selbst auf eine Profi-Karriere bei Atlético Mineiro, doch eine komplizierte Verletzung zerstörte seine Träume. Die Familie, die in ärmlichen Verhältnissen lebte, zog in den Bundesstaat São Paulo um. Um das Einkommen der mittlerweile sechsköpfigen Familie aufzubessern, arbeitete der kleine Edson als Schuhputzer und Botenjunge. Seine Leidenschaft galt schon früh dem Fußball: Oft schwänzte er die Schule, um in einer Straßenmannschaft zu spielen. Damals erhielt er auch seinen Beinamen Pele.
Bereits mit elf Jahren entdeckte sein Jugendtrainer Waldemar de Brito das Talent des Buben und förderte ihn. 1956 verschaffte de Brito Pele ein Probetraining beim FC Santos und stellte ihn mit den Worten vor, er habe das Talent, eines Tages der größte Fußballer der Welt zu werden. Der Kub nahm ihn auf, und bereits mit 16 war er Torschützenkönig in der Staatsmeisterschaft. Mit 17 wurde er in die Seleção berufen – und gewann im Jahr 1958 in Schweden seine erste Weltmeisterschaft. Dies sollte ihm 1962 in Chile und 1970 in Mexiko noch zweimal gelingen.
Danach machte er den FC Santos beinahe unschlagbar – der Klub gewann zu Beginn der 60er-Jahre 85 Prozent seiner Spiele und gewann 1962 nicht nur den Copa Libertadores, sondern auch den Weltpokal gegen Benfica Lissabon. Pele war der unbestrittene Star der Mannschaft. Ende 1969 schoss er sein "Milésimo", sein tausendstes Tor. Im ganzen Land läuteten die Kirchenglocken, die Post widmete ihm eine Briefmarke.
1974 – gezeichnet von unzähligen Fouls – gab Pele nach 17 Jahren seinen Rücktritt bekannt. Allerdings musste er bereits im Jahr darauf sein Comeback geben, weil unseriöse Finanzberater ihn um viel Geld gebracht hatten. So spielte er 1975 bis 1977 bei Cosmos New York.
Nach seiner Karriere, die am 1. Oktober 1977 mit einem medienwirksam inszenierten Spiel FC Santos gegen Cosmos endete und live übertragen wurde – Pele spielte je eine Halbzeit für beide Teams, gründete er eine Sportmarketing-Agentur und arbeitete weiterhin als gefragter Werbeträger. 1995 war er Sportminister von Brasilien, seit 1977 ist er UNO-Sonderbotschafter für Entwicklungsprojekte.
Pele hinterlässt insgesamt fünf Kinder von zwei Frauen, zwei davon unehelich. Einer seiner Söhne wurde selbst Fußballspieler beim FC Santos. Über sich selbst sagte er: "Arm, reich, hässlich oder schön, für Gott sind alle Menschen gleich. Warum er ausgerechnet mir diese Gabe geschenkt hat, weiß ich nicht. Ich hätte in meinem Leben nur Fußball spielen können. Michelangelo hat gemalt, Beethoven Klavier gespielt und ich Fußball." Und Romario sagte: "Das Spiel dürfte eigentlich nicht Fußball heißen, sondern Pele."