Große Zweifel an Impfstudie von AstraZeneca

Experten üben Kritik an den Ergebnissen und der Durchführungsweise von AstraZenecas Impfstudie.
Experten üben Kritik an den Ergebnissen und der Durchführungsweise von AstraZenecas Impfstudie.iStock
Um die Wirksamkeit seines Impfstoffes gegen das Coronavirus zu beweisen, braucht der Pharma-Riese AstraZeneca eine neue Studie. 

Am Montagmeldete der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca, sein an der Universität Oxford entwickelter Impfstoff weise eine hohe Wirksamkeit gegen das Coronavirus auf. Dies sei jedoch einem Zufall zu verdanken, da die Dosis bei einer Teilnehmer-Gruppe fehlerhaft verteilt worden sei. Nun gerät der Arzneimittelhersteller immer mehr in die Kritik. 

So ergab es sich, dass die Wirksamkeit bei jener Gruppe, die irrtümlich nur die halbe Dosis erhalten habe, höher gewesen sei, als bei der Zugabe der vollen Dosis. Bisher konnte AstraZeneca noch nicht erklären, warum die halbe Dosis effektiver war als die volle und der Fehler zum Erfolg verhalf. Rund 2.700 Menschen in Großbritannien wurden mit der halben Dosis geimpft. Einer zweiten Gruppe mit etwa 8.900 Versuchspersonen wurden hingegen zwei volle Impfdosen verabreicht.

AstraZeneca Chef Pascal Soriot bestätigte die Ergebnisse: So sind bei der einen Probanden-Gruppe Ergebnisse von 90 Prozent Wirksamkeit herausgekommen. Die Testpersonen hatten zunächst eine halbe Dosis und einen Monat später eine volle Dosis des Impfstoffes erhalten. Eine zweite Testgruppe hatte zweimal den vollen Wirkstoff erhalten - hier lag die Wirksamkeit jedoch nur bei 62 Prozent.

Weitere Studien sollen Klarheit bringen

In der Presseaussendung wurden jedoch die beiden Gruppen zur Gesamtaussage eines 70-prozentigen Schutzes kombiniert, obwohl es sich um zwei unterschiedliche Studienergebnisse handelte. Das Ergebnis liegt zudem immer noch weit unter der 90-prozentigen Wirkung der Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna. Deswegen zweifeln Experten an der behaupteten Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent, nachdem der Pharmakonzern bereits Probleme in der Testphase zugeben musste, und kritisieren eine mangelnde Transparenz. So könnte insbesondere die Wirksamkeit bei älteren Patientengruppen überschätzt worden sein. Denn diese waren unter der Niedrigdosierungsgruppe nicht vertreten. Keine Versuchsperson sei älter als 55 Jahre gewesen. Zudem würden weitere wichtige Informationen zu den Studienteilnehmern fehlen, wie etwa die New York Times berichtet.

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