Grüne Brunnen lassen Wiens Klimastadtrat rot sehen

Klima-Aktivisten färbten am Mittwoch unter anderem den Hochstrahlbrunnen (Bild) am Schwarzenbergplatz und den Donnerbrunnen am Neuen Markt grün ein.
Klima-Aktivisten färbten am Mittwoch unter anderem den Hochstrahlbrunnen (Bild) am Schwarzenbergplatz und den Donnerbrunnen am Neuen Markt grün ein.Sabine Hertel
Klima-Aktivisten färbten Mittwochfrüh Brunnen in Wien grün ein. Diese müssen nun ausgelassen werden, beklagt Klimastadtrat Czernohorszky (SPÖ).

Mehrere Brunnen in Wien zeigten Mittwochfrüh eine ungewöhnliche Färbung. Aktivisten der Klimabewegung Extinction Rebellion bekannten sich kurz darauf in einem Schreiben auf Sozialen Netzwerken dazu, sechs Brunnen grün eingefärbt zu haben. Zusätzlich hinterließen sie auch die Botschaft "Grünes Gas = dreckige Lüge". Damit möchten sie auf die negativen Auswirkungen von Gasförderung und -nutzung aufmerksam machen und die Glaubwürdigkeit der Industrie infrage stellen, heißt es in einer Aussendung.

“Die Gasindustrie blockiert systematisch den Umstieg auf erneuerbare Energien und auf eine Wirtschaft, die Energie spart. Sie redet der Öffentlichkeit ein, dass ohne Gasversorgung Katastrophen drohen und die Wirtschaft zusammenbricht. Sie verkauft ihr schmutziges Produkt als saubere “Übergangstechnologie”,” teilt die Bewegung mit.

Polizei erwischt drei Aktivisten in flagranti

Beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz in der Wiener City erwischten Polizisten drei Personen in flagranti, wie grüne sie Farbe in das Wasser schütteten. Die Frau und die beiden Männer stammen aus Österreich und Deutschland, wurden wegen Ordnungsstörung angezeigt.

Gestört fühlt sich auch Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky von der Farb-Aktion der Aktivisten. Auf Twitter schrieb er:

Mehrere Tausend Euro Schaden pro Brunnen

"Aus Sicherheitsgründen und um beurteilen zu können, ob die Denkmalbrunnen beschädigt wurden" werden alle betroffenen Brunnen nun ausgelassen. Laut Wiener Wasser müssen rund 600.000 Liter Wasser ersetzt werden. Die Stadt schätzt die Kosten auf mehrere Tausend Euro pro Brunnen. Genauer könne man die Ausgaben aber erst beziffern,  "wenn das Wasser ausgelassen ist, die Brunnen gereinigt sind und geprüft wurde, ist ob Schäden entstanden sind", heißt es aus dem Büro des Klimastadtrats zu "Heute". Allein das zu ersetzende Wasser kommt auf rund 1.200 Euro.

Welches Mittel zur Einfärbung verwendet wurde, ist noch nicht bekannt. Laut Paul Hellmeier von den Wiener Wasserwerken "werden wir das wahrscheinlich analysieren können und hoffen, dass es glimpflich ausgeht und dass die Reinigungsarbeiten gut möglich sind. Eventuell gibt es in dem Zusammenhang, was man jetzt medial auch mitbekommen hat, mit dem Donaukanal. Wenn dort dasselbe Mittel verwendet wurde, dann wissen wir wie wir darauf reagieren können.“

Erst am Samstag hatten Aktivisten im Vorfeld der Gas-Konferenz den Wiener Donaukanal grün eingefärbt. Dabei hatten sie laut eigenen Angaben das Mittel Uranin verwendet. Es handle sich dabei um ein "zu 100 Prozent biologisch abbaubares und ungiftiges Mittel, welches sonst zur Ermittlung von Strömungen verwendet wird", so die Aktivisten.

Mehr lesen: Polizei warnt: Wien versinkt jetzt in völligem Chaos

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