Wien

Grüne fürchten wegen U5-Bau um uralte Bäume in Wien

Der Bau der U-Bahnlinie U5 ist ein wichtiges Signal für den klimafreundlichen Verkehr in Wien. Dem Projekt könnten nun uralte Bäume im Weg stehen.

Heute Redaktion
Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Josefa Molitor-Ruckenbauer und Grünen-Parteivorsitzender Peter Kraus.
Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Josefa Molitor-Ruckenbauer und Grünen-Parteivorsitzender Peter Kraus.
Grüne Wien

Seit mehreren Jahren wird die U-Bahn-Linie U5 Richtung Wien-Hernals geplant. Die aktuellen Planungen gehen von einem Baustart des Streckenabschnitts Frankhplatz-Elterleinplatz im Jahr 2026 aus. "Es ist also genug Zeit, um sorgfältig zu planen und neue Aspekte wie eine verstärkte Beachtung der Klimathematik einzuplanen. Wir wollen nicht, dass ein so wichtiger, großer Park wie der Arne Karlsson Park in großen Bereichen zerstört und jahrhundertealte Bäume gefällt werden", so die Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Josefa Molitor-Ruckenbauer (Grüne). Denn nun zeigen die Pläne, dass zahlreiche, große und uralte Bäume auch im Bezirk Alsergrund weichen müssten.

Bäume aus Kaiserszeiten müssen erhalten werden

Im Arne Karlsson Park wurden die drei ältesten Bäume 1879 gepflanzt. Bis solche Baumriesen nachwachsen, braucht es mehrere Jahrzehnte, geben die Grünen zu bedenken. Hinzu kommt, dass weitere Bäume durch die Lage der Baustelle und die Dauer der Bauarbeiten in ihrem Überleben gefährdet werden. "In Zeiten der fortschreitenden Klimakrise muss der Erhalt von Bäumen oberste Priorität haben. Die derzeitige Planung geht auf Kosten der Zukunft des Bezirkes und der nachkommenden Generationen", so Grünen-Parteivorsitzender Peter Kraus.

U-Bahnstation Arne Karlsson Park neu denken

Bis zum Baubeginn des Abschnitts sind noch drei Jahre Zeit. Die Grünen fordern, dass die Zeit genutzt wird, um die Station umzuplanen und den Erhalt der Bäume in den Mittelpunkt zu stellen – trotz eventueller Mehrkosten.

Die Anwohner unterschreiben für den Baumerhalt

Die Grünen am Alsergrund haben bereits eine Unterschriftenaktion zum Schutz der Bäume im Park gestartet. Bisher haben über 800 Menschen aus dem Alsergrund diese Forderung mit ihrer Unterschrift bereits unterstützt.

Komplexe Arbeiten für die U5

Die Pressesprecherin der Wiener Linien für den Ausbau der U5, Ingrid Monsberger, gibt zu bedenken, dass der U-Bahn-Bau am Alsergrund im Gebiet Arne Karlsson Park in einem dicht bebauten Gebiet stattfindet. Die Verlegung der Ausgänge sei "für niemanden eine Freude". Eine U-Bahn Linie zu bauen, könne man sich vorstellen, als Bau hochkomplexer unterirdischer Gebäude, so Monsberger gegenüber "Heute".

"Auf Baumschutz wird größtmöglicher Wert gelegt"

Verlegt man einfach die Ausgänge, würde man die Anbindung verlieren und die Fahrgäste kämen dann irgendwo heraus. Und es sei auch so, dass immer irgendwo Bäume stünden. Monsberger versichert, dass während des U-Bahn-Baus wirklich alles für den Baumerhalt getan werde. Was aber direkt auf der Baustelle wachse, könne nicht erhalten werden – durch Ausgleichspflanzungen in unmittelbarer Nähe soll der Verlust jedoch ausgeglichen werden.

"Der Öffi-Ausbau U2xU5 leistet einen maßgeblichen Beitrag zu Schaffung eines ökologisch verträglichen Verkehrssystems, bis zu 75.000 Tonnen CO2 können damit jährlich eingespart werden. Zusätzlich werden im Zuge des U-Bahn-Baus stark frequentierte Linien wie U6, U3, 13A und 43 entlastet, neue öffentliche Verbindungen quer durch Wien geschaffen und die Gesamtkapazität vom Wiener Öffi-Netz auf rund 1,3 Mrd. Fahrgäste jährlich erhöht."

Bei Planung, Detailplanung und Bauarbeiten habe man bisher und werde man auch künftig auf den Umweltschutz größten Wert legen. Zahlreiche Bäume im Baustellenbereich könnten dadurch von den Bauarbeiten geschützt und erhalten werden, weitere Bäume würden umgepflanzt.

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