Grüne stellen sich gegen Bau der Lobau-Autobahn

Die Wiener Grünen luden am Montag zur Pressekonferenz zum Thema "Milliardengrab Lobau-Autobahn". Die Haltung zum Projekt bleibt unverändert.
Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) steht dem Bau des Lobautunnels äußerst kritisch gegenüber: "Das Projekt ist und bleibt ein Milliardengrab, ein teures Prestigeprojekt und gefährdet den Nationalpark." Stattdessen müsse die Bundesregierung in den Öffi-Ausbau, in die Verkehrswende und den Klimaschutz investieren.



Das betonte die Vizebürgermeisterin im Rahmen der Pressekonferenz am Montag einmal mehr. "Auch wenn das Bundesverwaltungsgericht mit 17 Seiten Auflagen dem Bau der Lobau-Autobahn zustimmt, heißt das nicht, dass notwendigerweise gebaut werden muss. Die Haltung der Grünen zum Projekt bleibt unverändert", so Vassilakou.

Die Grünen-Politikerin befürchtet, dass das Projekt eine gegenteilige Wirkung habe. "Es besteht die Gefahr, dass das Projekt mehr Verkehr nach Wien zieht und damit eine nachteilige Auswirkung auf den Wiener Verkehr hat." Für Vassilakou steht zudem außer Frage, dass das Geld – "Schätzungen zufolge sind es drei Milliarden" – besser in den öffentlichen Verkehr investiert wäre.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Ich würde die 3 Mrd. in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren, und hier insbesondere im Bereich der S-Bahn. Hier könnte man viel mehr erreichen, nämlich eine unmittelbare Entlastung für Pendler, die heute kaum Alternativen zum Autoverkehr haben." Denkbar wäre für sie, nach dem Vorbild Wien, eine 365-Euro-Jahreskarte auch für die Ostregion einzuführen. "Dann hätten wir wirklich etwas für die Region getan."



Bau ist kontraproduktiv

Für Verkehrsexperte Harald Frey von der TU Wien steht fest, dass der Bau "kontraproduktiv" sei. Denn die Entlastung für die Südosttangente sei nur kurzfristig. "Wie unsere Untersuchungen zeigen, haben wir spätestens 2030 wieder genau dieselbe Belastung wie heute auf der Tangente", so Frey. Nur Niederösterreich profitiere davon, Wien und die Ostregion nicht.

"Es ist nicht das Sinnvollste in einer Stadt, in der immer weniger ein Auto besitzen, in den Straßenverkehr zu investieren", kritisiert Landessprecher Kocacs, der besonders auch die Umweltbelastung durch den Bau bekrittelt. Ein Tunnel durch einen Nationalpark berge eine Riesengefahr, während ein Öffi-Paket Riesenvorteile bringen würde.

Entweder City-Maut oder Jahresticket

Zum Thema City-Maut erklärte die Vizebürgermeisterin auf Nachfrage noch: "Mein Ziel war es, eine Debatte zu erzeugen. Genau das ist passiert." Grundsätzlich müsse jetzt etwas Wirksames getan werden. "Wenn man die Jahreskarte jetzt einführt, dann besteht kein unmittelbarer Bedarf nach der City-Maut", so Vassilakou. "Sie können davon ausgehen, dass ich nicht locker lassen werde, bis wir etwas unternommen haben. Ob das die City-Maut, das Parkpickerl oder die 365-Euro-Jahreskarte für die Ostregion ist – das ist mir egal", stellt die Vizebürgermeisterin klar.

Am Montagvormittag luden die Wiener Grünen zu einer Pressekonferenz, im Rahmen derer Vizebürgermeisterin Vassilakou, Landessprecher der Grünen Wien, Joachim Kovacs, sowie der Verkehrsexperte Harald Frey aktuelle Einschätzungen zum "Milliardengrab Lobau-Autobahn" präsentierten.

(Quelle: Video3) (red)

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