Grüne wollen hitzefrei für Fiaker schon ab 30 Grad

Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek mit seinen Pferden Arkan (links) und Jimmy
Hietzings Bezirksvorsteherin-Stellvertreter (ÖVP) Christian Gerzabek mit seinen Pferden Arkan (links) und Jimmy(Bild: Sabine Hertel)
Mit den steigenden Temperaturen bricht auch die Debatte über die hitzegeplagten Fiaker-Pferde wieder aus. Die Grünen fordern mehr Schutz der Tiere.

"Dass gestern von Tierschützer*innen über 35 Grad Celsius am Stephansplatz gemessen wurden und die Fiakerpferde kein Hitzefrei bekommen haben, ist ein großes Versäumnis der Stadt und im Sinne des Tierschutzes absolut inakzeptabel“ beklagt Jennifer Kickert, Tierschutzsprecherin der Wiener Grünen am Montag per Aussendung. "Man muss bedenken, dass es im innerstädtischen Bereich für die Tiere praktisch keinen Schatten gibt und auch Pferde einen Hitzeschlag erleiden können, daher ist uns die strikte Einhaltung der Vorgaben sehr ernst. Dieser Patzer darf nicht mehr passieren", so Kickert weiter.

Seit 2016 gilt in Wien ja die Regelung, dass Fiaker-Pferde ab 35 Grad Lufttemperatur in der Inneren Stadt den Rest des Tages Hitzefrei bekommen. In Salzburg wurde im Dezember 2020 Hitzefrei ab 30 Grad beschlossen. Die Regelung gilt hier seit dem heurigen Sommer.

In Anbetracht der Klimakrise und künftigen Hitzewellen muss die bestehende Gesetzeslage für den Schutz der Fiaker-Pferde neu diskutiert werden. "Wir kommunizieren seit Jahren, dass diese Regelung überarbeitet und die Messlatte nach unten korrigiert werden muss. Wenn man Tierschutz ernst nimmt, müssen 30 Grad als Marke für die Hitzefreibestimmung das Maximum sein. In der Inneren Stadt ist die gefühlte Temperatur zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon viel höher" führt Kickert weiter aus.

Grüne bringen Antrag auf Hitzefrei ab 30 Grad ein

Die Grünen wollen daher nun einen Antrag einbringen, der Hitzefrei für Wiener Fiakerpferde ab 30 Grad Celsius fordert. "Ich hoffe, dass Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky die Notwendigkeit erkennt, gemeinsam für mehr Tierschutz in Wien zu sorgen und den Antrag unterstützt", so Kickert.

Auch der verein gegen Tierfabriken (VGT) fordert seit langem. dass die Temperaturschwelle auf 30 Grad heruntergesetzt wird. "Wir fordern, dass die Stadt Wien hier Verantwortung übernimmt und sofort ein Hitzefrei ab 30 Grad  und ein Pferdeschutzpaket beschließt, das diesen Namen verdient. Erst dann kann man glauben, dass man es in Wien tatsächlich ernst meint mit Pferdeschutz!", so VGT-Campaigner Thomas Seewald im vergangenen Sommer. Damals startete der VGT eine Petition für Hitzefrei ab 30 Grad. Bislang haben 44.310 Personen diese Petition unterstützt.

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