Die Proteste in Istanbul bewegen auch viele Österreicher, die aus der Türkei stammen. In Wien fanden am Samstag und Sonntag friedliche Protestaktionen statt. Bis zu 2.000 Menschen nahmen daran teil. Aufregung herrscht um eine Aussage eines Grün-Politikers: "Schickt alle heim, die auf der Demo für Erdogan sind."
Die bewegen auch viele Österreicher, die aus der Türkei stammen. In Wien fanden am Wochenende Protestaktionen mit mehreren tausend Menschen statt. Aufregung herrscht um eine Aussage eines Grün-Politikers gegenüber "Heute": "Schickt alle heim, die auf der Demo für Erdogan sind."
Nach einer folgten am Wochenende in Wien Protestaktionen gegen die Regierung. Unter dem Motto "Schulter an Schulter gegen Faschismus" versammelten sich rund 1.000 Demonstranten vor dem Vereinslokal des "Vereins zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich" in Favoriten. Viele waren empört über das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten im Istanbuler Gezi-Park. Sie riefen Sprüche wie "Erdogan Faschist" oder "Erdogan tritt zurück".
"Es ist unfassbar, wie brutal die Polizei dort im Gezi-Park gegen Menschen vorgeht", sagte Murat Barlan, Obmann des Vereins zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Österreich und Veranstalter der Demonstration.
Wirbel um Aussage von Grün-Politiker
Neben Gegnern hat Erdogan aber auch viele Befürworter, die am 23. Juni zu einer Großdemo am Columbusplatz für ihn ausrufen. 5.000 Unterstützer haben sich angekündigt. "Schickt alle 5.000 mit einem "One-way-Ticket" wieder zurück in die Türkei". Mit dieser Aussage sorgt Efgani Dönmez, Bundesrat der Grünen, selbst Türke und gläubiger Moslem, für Aufregung auf Facebook und Twitter.Austrotürken, die Erdogans autoritären Führungsstil unterstützen, hätten hier nichts zu suchen. Dönmez: "Ich ziehe da deutliche Grenzen - das würde ich mir auch von anderen österreicischen Politikern erwarten. Es geht nicht, dass ein derartiger Widerspruch zu demokratischen, österreichischen Werten unter dem Deckmantel der Integration und Toleranz akzeptiert wird." Wenn man sich nicht traue einzugreien, überließe man dem rechten Lager das Feld.
Nacht-Demo am Stephansplatz
Bereits in der Nacht auf Sonntag hatten sich mehrere hundert Vertreter türkischer Vereine am Stephansplatz eingefunden, um "gegen die Gewalt und für die Einhaltung demokratischer Grundrechte in der Türkei" zu demonstrieren. "Es sind Türken und Österreicher gekommen, aber auch Kurden und Aleviten, ungeachtet aller ethnischen Probleme in der Türkei", sagte der Grüne Wiener Landtagsabgeordnete und Integrationssprecher Senol Akkilic. Er sprach der Wiener Polizei einen besonderen Dank aus, welche die Protestaktion kurzfristig zugelassen und begleitet hatte.
Die Demonstranten seien teilweise in direktem Kontakt mit Aktivisten der Gezi-Park-Bewegung in Istanbul gestanden und so über die dortigen Vorgänge informiert worden. Akkilic sprach von "bis zu tausend Menschen". Die friedliche Demo löste sich ab 2.00 Uhr auf.