Hetzflugblätter zu Wiener "Überfremdungspolitik"

In Teilen Floridsdorf und der Donaustadt finden derzeit viele Autofahrer "rechte Flugblätter" hinter ihren Scheibenwischer. Dahinter könnte eine Nachfolger-Organisation der Identitären stehen.

"Die Ersetzung der Wiener mit Fremden stoppen!", Warnungen vor Überfremdung, Islamisierung und Kriminalität. Als das steht auf Flugblättern, die derzeit in Teilen Floridsdorfs und in Kagran (Donaustadt) verteilt werden.

Darauf ist eine Collage aus Zeitungsüberschriften zu sehen. Auch die Frage wer "die Verantwortung" trägt, wird "beantwortet": Schuld sei die "Überfremdungspolitik der SPÖ und Grünen, die Duldung der ÖVP und die Multikultipropaganda der Massenmedien".

Identitären-Nachfolger als Aussender?

Ganz unten auf den Flugzetteln gibt die Internetadresse einen Hinweis auf der Verfasser. Im Internet stößt man so auf die "Bürgerbewegung Die Österreicher". "'Die Österreicher" ist eine unabhängige Initiative. Bei uns sind aber Patrioten aller Parteien und Bewegungen willkommen, wenn sie unsere Ideen teilen und unseren gewaltfreien und demokratischen Weg mittragen wollen. Im Unterschied zur Identitären Bewegung, die eine europaweite, aktionistische Jugendbewegung ist, sind wir eine österreichische Sammelbewegung, in der Patrioten aller Altersklassen aktiv werden können", steht dort im Bereich "FAQ" zu lesen.

Ganz gelingt die Abgrenzung zu den Identitären aber nicht, denn im Bereich Presse werden gleich zu Beginn Pressefotos von Identitären-Chef Martin Sellner angeboten.

"Ob Parteimitglieder, Parteifreie, Identitäre oder Verbindungsstudenten: Alle können sich bei uns beteiligen – sofern das mit den Statuten ihrer jeweiligen Organisation vereinbar ist", heißt es weiter auf der Webseite.

Diese Flugblätter werden derzeit in Teilen des 21. und 22. Bezirks hinter Scheibenwischer geklemmt:

(Bild: privat)

Wiener Grüne erstatten Anzeige

Die Wiener Grünen sind ob der Flugzettel entsetzt: "Verhetzende und rassistische Flugblätter, gespickt mit Unwahrheiten, dürfen nicht ohne Konsequenzen in Umlauf gebracht werden. Anzeige wurde bereits erstattet", erklärt der Menschenrechtssprecher der Wiener Grünen Niki Kunrath zu "Heute".

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