Österreich

Grüne bestätigt: 94,29 Prozent für Maria Vassilakou

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:43

Mit der obligatorischen halbstündigen Verspätung hat am Samstagvormittag die 73. Landesversammlung der Wiener Grünen begonnen. Am Programm stand die Erstellung der Kandidatenliste für die heurige Wien-Wahl. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou wurde mit 94,29 Prozent abermals zur Spitzenkandidatin gekürt.

"Wir haben in den letzten knapp 5 Jahren unglaublich viel in Wien verändert. Es waren spanndende, aufregende Jahre voller Arbeit, in denen wir all das umgesetzt haben, wofür wir 2010 angetreten sind: Das 365 Euro Jahresticket, die höchste Kindermindestsicherung Österreichs, die Ausweitung des Parkpickerls, 17 BürgerInnensolarkraftwerke, das Deserteursdenkmal, die Abschaffung des kleinen Glücksspiels und vieles mehr", sagte Maria Vassilakou in ihrer Rede während der Landesversammlung.

Zu Mariahilfer Straße: "Veränderung ist möglich"

Sie wurde mit 94,29 Prozent und mit Standing Ovations zur Spitzenkandidatin für die Wiener Gemeinderatswahl 2015 wiedergewählt. "Die Mariahilfer Straße hat bewiesen, dass es Mehrheiten für Veränderung geben kann, man muss sie sich nur erarbeiten. Wir sind angetreten, um Dinge zu verändern, wir fragen: "was spricht dafür?" statt "was spricht dagegen?"

Zu Wahlrecht: "Eigenen Antrag einbringen"

Zum Thema Wahlrecht Neu für Wien sagte Vassilakou: "Wir haben in den letzten Jahren verhandelt, verhandelt, verhandelt. Wir haben uns mehrfach bewegt und Kompromisse angeboten. Die letzten Kompromissangebote haben mir dann schon ordentlich wehgetan, dennoch konnte sich die SPÖ nicht bewegen. Wir werden nun einen eigenen Antrag für ein faires Verhältniswahlrecht einbringen. Wenn schwarz und blau das halten, was sie uns jahrelang ausgerichtet haben, dann wird der Antrag eine eindeutige Mehrheit erhalten. Das freie Spiel der Kräfte wird eine klare Entscheidung bringen für ein faires Wahlrecht für Wien".
"2015 wird eine Richtungsentscheidung sein. Wohin geht Wien? Geht Wien den Weg der Veränderung und Öffnung mit rot-grün, oder den Weg des Stillstands, des Neinsagens und der Wadelbeißerei mit der ÖVP Wien? Es gibt noch viel zu tun. Wir gehen selbstbewusst und geeint in die Wahl mit dem Gefühl, jetzt erst recht anzupacken. Grün kann das!", meinte Vassilakou abschließend.

Nicht das Ergebnis von 2010

Die grüne Frontfrau konnte einen Tag nach der gescheiterten rot-grünen Wahlrechtsreform nicht an ihr Ergebnis für den Urnengang 2010 anschließen. Damals hatte Vassilakou 98,65 Prozent der Basis hinter sich versammeln können. Beim heutigen Votum gab es wieder keine Gegenkandidatur für Platz eins.

Insgesamt vergeben die Grünen bis am Abend in der Messe Wien 24 Listenpositionen, um die 54 Kandidaten rittern. Realistische Aussichten auf ein Gemeinderatsmandat hat man etwa bis Platz 16. Neue Gesichter an wählbarer Stelle wird es geben. Denn Alexander Van der Bellen und Martina Wurzer werden nach einer Periode nicht mehr antreten. Als möglicher Quereinsteiger in den grünen Mandatsreihen wurde im Vorfeld u.a. der Gastronom Daniel Landau, Bruder von Caritas-Präsident Michael Landau, gehandelt.

"Forget about Strache und Gudenus!"

"Forget about Strache und Gudenus!" - Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, hat die Basis jedenfalls auf eine Wiederholung der rot-grünen Koalition in Wien eingeschworen. Die ÖVP stehe nur für Stillstand, die FPÖ sei ohnehin zu vergessen, meinte Glawischnig in ihrer Begrüßungsrede.

Es habe eine unglaubliche Faszination, eine Millionenstadt wie Wien zu gestalten und langfristig nachhaltig zu verändern, betonte die Bundessprecherin. Es sei aber auch eine riesige Herausforderung, und die könne man nicht bewältigen, "wenn man nur Stillstand verwaltet." Vor allem die ÖVP hätte immer nur "Nein" zu Veränderung und Bewegung gesagt - egal ob es nun um die Donauinsel, das Museumsquartier oder das Parkpickerl gegangen sei.

"Bleibt so ungeduldig, kämpferisch und leidenschaftlich"

Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ stehe in Wien ohnehin nicht zur Debatte, dennoch: "Forget about Strache und Gudenus - das sage ich ganz explizit auch in Wien", so Glawischnig. In anderen Bundesländern sehe das anders aus - deshalb sei das Ziel, nicht nur in Wien, sondern bei allen neun Landtagswahlen zu gewinnen. "Damit die Freiheitlichen keine Chance mehr haben."

Die Chefin der Grünen lobte auch die Arbeit der Wiener Partei und die Erfolge der vergangenen Jahre: "Mary, du bist die Bürgermeisterin der Unter-30-Jährigen - das ist schon sehr schön." Es gebe für Wien nichts Besseres als die Grünen. "Bleibt so ungeduldig, kämpferisch und leidenschaftlich in eurem Veränderungsanspruch", gab Glawischnig ihren Parteikollegen mit in den kommenden Wahlkampf.

Seite 2: Die Listenplätze der Wiener Grünen!

Zwei neue Gesichter finden sich auf den ersten acht und damit sicheren Plätzen der Liste der Grünen für die kommende Wien-Wahl: Birgit Meinhard-Schiebel (69), die sich auf Generationenpolitik spezialisiert, und Peter Kraus (28), stellvertretender Büroleiter von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, konnten die Basis am Samstag von sich überzeugen.

Als Spitzenkandidatin wurde Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bestätigt, sie kandidiert demnach auf Platz eins. Wenig überraschend - da ebenfalls ohne Gegenkandidat - konnte sich Klubobmann David Ellensohn den zweiten Listenplatz sichern. 95,23 Prozent gaben ihm die Stimme.

An dritter Stelle entschieden sich die grünen Mitglieder und Sympathisanten für die stellvertretende Klubobfrau Jennifer Kickert, Platz vier ging an Verkehrs- und Umweltsprecher Rüdiger Maresch - beide bereits seit vielen Jahren fest in der grünen Partei verankert und schon jetzt in den grünen Rängen des Stadtparlaments.

Die Nummer fünf der Liste ist Sozialsprecherin Birgit Hebein, Platz sieben ging an Planungssprecher und Parteiurgestein Christoph Chorherr.

1.  Maria Vassilakou

2.  David Ellensohn

3.  Jennifer Kickert

4.  Rüdiger Maresch

5.  Birgit Hebein

6.  Birgit Meinhard-Schiebel (neu)

7.  Christoph Chorherr

8.  Peter Kraus (neu)

9.  Barbara Huemer (neu)

10. Martin Margulies

11. Faika El-Nagashi (neu)

12. Ewa Dziedzic (neu)

13. Ursula Berner (neu)

14. Daniel Landau (neu)

15. Nikolaus Kunrath (neu)

16. Hans Arsenovic (neu)

17. Julia Balatka

18. Joachim Kovacs

19. Zerife Yatkin

20. Georg Bürstmayr

21. Catherina Schneider

22. Tarik Darwish

23. Ingrid Puller

24. Johannes Stöckler

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