Grüne fordern Rücktritt von FP-Stadtrat Raml

2007 nannte sich Michael Raml im Internet noch "reichsraml", jetzt ist er in Linz Stadtrat.
2007 nannte sich Michael Raml im Internet noch "reichsraml", jetzt ist er in Linz Stadtrat.Bild: Screenshot/FPÖ

Ein mittlerweile gelöschtes Posting, das als rassistisch kritisiert wurde und ein "ironisch" gemeinter Username: Der Linzer FPÖ-Stadtrat Michael Raml steht in der Kritik.

Er hat wohl schon ruhigere Zeiten in seiner Karriere als Politiker erlebt. Michael Raml (FPÖ) sieht sich aktuell viel Kritik ausgesetzt.

Zuerst das rassistische Facebook-Posting, weil angeblich ausländische Häftlinge sich ihre Zähne "sanieren" lassen und die Krankenversichung das zahlt (samt Bild eines dunkelhäutigen Mannes mit Goldzähnen).

Das Posting hat Raml nach sechs Tagen erst gelöscht, die Staatsanwaltschaft ermittelt, nachdem eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht wurde, wegen des Vorwurfes der Verhetzung.

Dann deckte "Heute" auf, dass der FPÖ-Stadtrat auf szene1.at ab 2007 (bis 2012) unter dem Usernamen "reichsraml" aktiv war.

Raml meinte gegenüber "Heute", dass ihm ein ehemaliger Lehrer den "Spitznamen" gab und er ihn"ironisch" benutzt habe.

Der Benutzername sorgte nun österreichweit für Reaktionen. ORF-Moderator Armin Wolf etwa postete auf Twitter. "Was gibt ein Schüler so von sich, damit ihm ein Lehrer den Spitznamen „Reichsraml" verpasst (den der Schüler dann stolz als Nickname im Netz verwendet)"

Hier das Posting:

Da sorgte aber auch dafür, dass die Linzer Grünen den sofortigen Rücktritt als Stadtrat forderten.

"Menschenverachtendes Weltbild

"Schlimm genug, dass Stadtrat Raml sein menschenverachtendes Weltbild per Social Media verbreitet, legt sein Nickname den Eindruck nahe, dass er mit der Ideologie der NS-Zeit sympathisiert. Es ist unerträglich, dass eine solche Person in einer öffentlichen Funktion für die Stadt Linz tätig ist. Raml muss umgehend zurücktreten, um unsere Stadt nicht weiter in Verruf zu bringen", so Helge Langer, Klubobmann der Grünen Linz.

Raml selbst nimmt die Aufregung gelassen hin. "Zu den leider nunmehr recht plumpen Angriffen durch politische Mitbewerber, möchte ich noch einmal festhalten, dass ich Ironie und Zuspitzung in der Formulierung, bezogen auf meine Person, genauso aushalte und stets ausgehalten habe, wie ich erwarte, dass dies auch von allen Beteiligten im politischen Umfeld ausgehalten wird."

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