Österreich

Grüne in Schwechat fordern Nacht-Flugverbot

Erneut pochen die Grünen Schwechat auf ein Nachtflugverbot für den Airport Wien-Schwechat. Grund: Der Lärm.
Heute Redaktion
13.09.2021, 19:38

Bereits seit Langem laufen die Grünen Schwechat gegen Nachtflüge am Airport Wien-Schwechat Sturm. Der Grund: Anrainer klagen immer wieder über massiven Lärm durch Flugzeuge, vor allem nachts und im Sommer.

Jetzt schrieb die gesammelte Fraktion einen offenen Brief an die beiden Flughafen-Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger. In dem Schreiben heißt es: "Dieser Sommer wird uns in Erinnerung bleiben. Er war heiß - und er war laut." Und weiter: "Viele SchwechaterInnen sind beispielsweise am 20.08.2018 kurz nach 02.00 Uhr nachts aus dem Schlaf aufgeschreckt, weil sie einen Direktüberflug einer Cargo-Maschine über sich hatten. Für die Menschen im Süden von Schwechat, in Zwölfaxing und einigen angrenzenden Gemeinden ist das fast jede Nacht so."

"Nachtflugregelung nicht genug"

Geht es nach den Grünen, reiche "eine Nachtflugregelung mit einer Begrenzung der Flugbewegungen zwischen 23.30 Uhr und 5.30 Uhr morgens auf 4.700" Stück nicht aus, um die Lärmbelästigung für die Anrainer in den umliegenden Gemeinden des Bezirkes Bruck in erträglichem Maß zu halten.

"Gerade in den Sommermonaten wird mehr geflogen und gerade in den Sommermonaten ist der Lärm für die Betroffenen höher - durch offene Fenster, aber auch durch das langsamere Steigen der Maschinen auf Grund der Wetterbedingungen", so die Grünen.

Airport: "Bewegungen deutlich unterschritten"

Der Flughafen Wien weist die Kritik klar zurück: "Der Zielwert der Nachtflugbewegungen wurde in den letzten zehn Jahren um 3,5% unterschritten und im Jahr 2017 lag die Zahl auf dem Niveau von 2009. Im langjährigen Vergleich geht die Zahl der Nachtflugbewegungen stetig zurück. Offenbar soll dieser Brief ein Versuch sein, schon den Gemeinderatswahlkampf einzuläuten. Mit den im Mediationsvertrag und gemeinsam mit allen Nachbargemeinden, darunter auch Schwechat, und Bürgerinitiativen der Region getroffenen Maßnahmen ist der Flughafen Wien seit fast 20 Jahren ein europäisches Vorzeigemodell. Seit vielen Jahren werden neben der Nachtflugregelung auch ein umfangreiches Lärmschutzprogramm, ein Lärmgebührenmodell und viele weitere Maßnahmen für die Betroffenen umgesetzt. Die zahlreichen Geschäfts- und Urlaubsreisenden, die an anderen, mit Nachtflugverboten belegten, Airports ihre seit langem geplante Reise zum Beispiel aufgrund von Unwettern, absagen oder mühsam ändern müssen, finden die vorgebrachten Argumente wahrscheinlich nicht so gut", so Flughafen-Sprecher Peter Kleemann für den Vorstand.

(nit)

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