Eine einzige Stimme hat bei der Auszählung der Wahlkarten den Ausschlag dafür gegeben, dass ein Reststimmenmandat vom BZÖ zu den Grünen gewandert ist. Die Auszählung ergab 20.746 Reststimmen für die Grünen und 20.745 Reststimmen für die Orangen. Stefan Petzner kündigte angesichts dieser Tatsache an, man werde eine Nachzählung der Stimmen beantragen. Die Grünen sehen es mit Humor.
Eine einzige Stimme hat bei der Auszählung der Wahlkarten in Kärnten den Ausschlag dafür gegeben, dass ein Reststimmenmandat der vom BZÖ zu den Grünen gewandert ist. Die Auszählung ergab 20.746 Reststimmen für die Grünen und 20.745 Reststimmen für die Orangen. Stefan Petzner kündigte angesichts dieser Tatsache an, man werde eine Nachzählung der Stimmen beantragen. Die Grünen sehen es mit Humor.
Es habe viel zu wenig BZÖ-Wahlbeisitzer gegeben, sagte Petzner, aus Erfahrung als Beisitzer wisse er, dass es immer wieder strittige Stimmen gebe: "Wenn dann keiner vom BZÖ dafür kämpft, wird sie einfach für ungültig erklärt, daher werden wir um dieses Mandat kämpfen."
"Eine Stimme kann Verhältnisse ändern"
Der Spitzenkandidat der Grünen, Rolf Holub, nahm den hauchdünnen Vorsprung humorvoll: "Da sieht man, dass eine einzige Stimme die Verhältnisse ändern kann, jetzt kann jeder Grün-Wähler behaupten, dass er mit seiner Stimme die Verfassungsmehrheit für Rot, Schwarz und Grün gesichert hat."
Das endgültige Ergebnis zeigt, dass die SPÖ ihre Direktmandate in allen vier Wahlkreisen gut abgesichert hat, am geringsten ist der Überhang in Villach mit 1.966, am größten in Kärnten-Ost (6.555). Das mit den Wahlkarten verloren gegangene FPK-Direktmandat in Kärnten-Ost war am Sonntag nur mit 42 Stimmen abgesichert gewesen, im Endeffekt fehlen den Blauen nun 239 Stimmen auf das Grundmandat. Recht knapp ging auch das Direktmandat für das Team Stronach in Villach aus, das letztlich mit 111 Stimmen gesichert ist.
Kaiser tendiert zu Dreier-Koalition
Der will bereits ab Dienstag Gespräche mit allen Parteichefs führen, in der kommenden Woche sollen dann Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden. Dabei zeigte sich Kaiser für alle Varianten gesprächsbereit, mit einer Ausnahme: "Ich schließe auch nach dem Obmannwechsel eine Koalition mit der FPK aus." Der SPÖ-Chef ließ eine leichte Präferenz für eine Dreierkoalition mit der ÖVP und den Grünen erkennen, da diese nach derzeitigem Stand eine verfassungsgebende Mehrheit im Landtag hätte.
Weiteres Grün-Mandat erhöht Verhandlungsspielraum
Dass für den Fall, dass das fünfte Mandat bei den Grünen bleibt, Rot-Grün allein möglich wäre, ist für ihn natürlich erfreulich, da er dadurch mehr Verhandlungsspielraum hat. Ob er diese Variante einer rot-schwarzen Zusammenarbeit vorziehen würde, wollte Kaiser aber nicht sagen. "Ich will nichts präjudizieren." Kaiser möchte in den kommenden Tagen auch mit den Parteichefs der Kleinparteien Gespräche führen, mit den Landtagsparteien werde es dann Verhandlungen darüber geben, wie die Zukunft Kärntens aussehen solle.
Regierung bis Ende März
"Zuerst reden wir über Inhalte, danach über eine mögliche Neuordnung der Referate, und ganz zuletzt wird über personelle Angelegenheiten gesprochen", sagte Kaiser. Er hat sich vorgenommen, bis Ende März eine funktionsfähige Regierung auf die Beine zu stellen, man habe durch die Blockadepolitik der Freiheitlichen im Landtag drei Monate verloren. Danach müsse es so schnell wie möglich einen Kassasturz und einen Fahrplan für das Landesbudget 2013 geben.
Landesgeschäftsführer Daniel Fellner erklärte, man werde die gesetzlich festgelegte Begrenzung der Wahlkampfkosten auf 500.000 Euro "deutlich unterschreiten". Die SPÖ will bis spätestens Ende April die Endabrechnung zur Prüfung vorlegen. Die Einhaltung der Kostengrenze bezeichnete Kaiser denn auch als "Messlatte" für eine Zusammenarbeit.