Kurz: "Das wird länger dauern als mit der SPÖ"

Am Freitag ist das Winterpalais des Finanzministeriums wieder Schauplatz von Sondierungsgesprächen. Das Kurz-Sextett trifft auf die Verhandler der Grünen.
Sie kennen sich hier mittlerweile aus: Zum zweiten Mal schon treffen die Parteien im Winterpalais des Finanzministeriums zu Sondierungsgesprächen aufeinander.

"Wir werden einerseits inhaltliche Schnittmengen besprechen und andererseits atmosphärisch ausloten, ob hier Interesse zu einer Regierungszusammenarbeit besteht", so Kurz vor Beginn der Gespräche mit den Grünen und den Neos am Freitag.

Alle Gesprächspartner erwarten sich von dieser zweiten Runde in größerem Kreis sehr viel. Klarheit soll sie bringen, einen Überblick über Gemeinsamkeiten und eine Idee, wie Trennendes überwunden werden kann.

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"Das wird länger dauern"



Die ÖVP im Speziellen muss sich zudem entscheiden, mit welcher Partei sie in echte, exklusive Koalitionsverhandlungen eintreten will. Hoffnungen, dass das nach dem heutigen Freitag schon der Fall sein wird, enttäuscht Kurz schon zu Beginn der Gespräche.

"Das wird länger dauern als mit der Sozialdemokratie. Nachdem das zwei Parteien sind, die noch nie auf Bundesebene regiert haben und die noch nie mit uns (der ÖVP, Anm.) zusammengearbeitet haben. Ich ersuche Sie um Verständnis, dass das wahrscheinlich etwas mehr Runden und etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird", sagte Kurz.

Er will sich aber bemühen, "Qualität mit Tempo" zu verbinden, sagt er.

Wie es kann und wie es wird



Bei seiner Ankunft im Winterpalais formulierte Werner Kogler eine für ihn untypisch kurze Definition, was denn nun der Unterschied zwischen Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen ist.

"Sondierungen sind dazu da, zu schauen, wie es gehen kann. Regierungsverhandlungen wären dann dafür da, wie es gehen wird", meinte er. Fragen wollte er im Vorfeld keine beantworten.

Sehr offen und sehr ernsthaft



Um 14 Uhr kam Beate Meinl-Reisinger und ihr Verhandlungsteam: "Wir wissen ja, was rechnerisch möglich ist. Was wir noch nicht wissen ist, was inhaltlich möglich ist", so die Neos-Chefin. Ehrliche Reformen für zukünftige Generationen seien ihr Anliegen, die pinken Forderungen lägen ja schon seit dem Wahlkampf am Tisch.

"Sehr offen und sehr ernsthaft" werden man sich bei dieser zweiten Sondierungsrunde mit den Inhalten auseinandersetzen, kündigte Meinl-Reisinger an: "Und schauen, was da möglich ist."

Gespräche in "großer Runde"



Diesmal haben Kurz und Kogler Verstärkung mitgebracht. Auf ÖVP-Seite verhandeln neben Kurz noch Elisabeth Köstinger, Gernot Blümel, Margarete Schramböck, Gernot Blümel, August Wöginger und Stefan Steiner.

Grünen-Chef Werner Kogler wird am Freitagvormittag von Birgit Hebein, Rudi Anschober, Leonore Gewessler, Josef Meichenitsch und Alma Zadic unterstützt.

Auch die Neos rücken zu Mittag mit einem Sechserteam an: Beate Meinl-Reisinger hatte Unterstützung von Andrea Klambauer, Nikolaus Scherak, Sepp Schellhorn, Nick Donig und Robert Luschnik.

Die Sondierungsgespräche mit der SPÖ fanden schon am Donnerstag statt. Es waren aus Sicht von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner die letzten. Ab sofort will sie nur noch exklusiv verhandeln.

Die FPÖ war gar nicht zu den vertiefenden Sondierungsrunden eingeladen worden, weil sie sich nach wie vor auf Oppositionskurs sieht.

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