Die "MaHü" in Wien macht Schule: Künftig wird die Griesgasse in der Salzburger Innenstadt zur Flaniermeile. Die gesamte Altstadt wird zur verkehrsberuhigten Zone mit Tempo 30. Die "neue Innenstadtregelung" - sie soll den Durchzugsverkehr in der Altstadt um rund 25 Prozent verringern - entzweit seit Monaten die Stadtpolitik. Der Grüne Stadtrat Johann Padutsch prophezeit "Staus in alle Richtungen".
macht Schule: Künftig wird die Griesgasse in der Salzburger Innenstadt zur Flaniermeile. Die gesamte Altstadt wird zur verkehrsberuhigten Zone mit Tempo 30. Die "neue Innenstadtregelung" - sie soll den Durchzugsverkehr in der Altstadt um rund 25 Prozent verringern - entzweit seit Monaten die Stadtpolitik. Der Grüne Stadtrat Johann Padutsch prophezeit "Staus in alle Richtungen".
Ab Samstag gilt die neue Verkehrsverordnung. Zusätzlich zur Tempo-30-Zone und der Flaniermeile soll die Zufahrt nur mehr für öffentliche Linienbusse, Taxis, den Lieferverkehr und für Einsatzfahrzeuge erlaubt sein. Das Verkehrskonzept entstand aus einem Schulterschluss von SPÖ, ÖVP und dem Altstadtverband. Größter Gegner: Der Grünen-Stadtrat Johann Padutsch.
Er ortet ein "massives Sicherheitsproblem" für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer". Außerdem seien Staus in alle Richtungen zu erwarten. "Wenn ich ein Gefäß verenge kann ich mir nicht erwarten, dass der Verkehr flüssiger wird", veranschaulichte Padutsch. Die Bürgerliste habe eine Variante favorisiert, die eine Durchfahrt durch die Altstadt im Bereich des Hanusch-Platzes und der Staatsbrücke unterbunden hätte.
"Autoverkehr nicht ausgrenzen"
Laut Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) solle der Autoverkehr nicht vom innerstädtischen Verkehr ausgegrenzt werden. Die Regelung komme überdies den Geschäftsleuten entgegen. Eine fünfwöchige "Innenstadtsperre" im Sommer 2012 hatte den Protest von Altstadtkaufleuten hervorgerufen, sie sprachen von knapp 3,5 Millionen Euro Umsatzeinbußen.
Die ab Samstag wesentlichen Veränderungen für die Verkehrsteilnehmer:
Der Individualverkehr wird vom Neutor über den Anton-Neumayr-Platz und den Museums-Platz beim Haus der Natur vorbei auf die bisherige Einbahnstraße am Franz-Josef-Kai zur Staatsbrücke geleitet.
Der Kai wird nun zum Gegenverkehrsbereich.
Der Müllner Hügel wird "verkehrsberuhigt".
Die "Flaniermeile am Gries" bietet mehr Freiräume für Fußgänger und Radfahrer, es gibt nur mehr eine Fahrspur.
Die Zufahrt ist nur mehr für Öffentliche Linienbusse, Taxis, den Lieferverkehr und für Einsatzfahrzeuge erlaubt.
"Es wird möglich sein, einen Teppich abzuholen", beschwichtigte Schmidt. "Rechtlich gesehen handelt es sich um eine Fahrverbotszone mit einer 30er-Beschränkung, wo bestimmte Berechtigte fahren dürfen", erläuterte Straßen- und Brückenamtsleiter Michael Handl. Verkehrssünder werden in der Anfangsphase nicht bestraft, versicherte die Baustadträtin.
Flaniermeile bis 2015 fertiggestellt
Für die provisorische "Behübschung" der Griesgasse werden Tröge mit Blumen und Bäume aufgestellt, vor der offiziellen Eröffnung der Flaniermeile am Samstag um 11.00 Uhr legen Innenstadtkaufleute rote Teppiche aus. Erst nach Beendigung einer Baustelle im Jahr 2015 wird die Flaniermeile baulich fertig umgestaltet sein - mit fünf Meter breiten Gehsteigen, Schanigärten und neuem Straßenbelag.
Die erste Bauphase kostete nach Angaben der Baustadträtin rund 450.000 Euro. Padutsch nannte allerdings einen Betrag von 700.000 Euro - "für eine provisorische Umsetzung, die sich zum Teil konterkariert. Es wird schlechter werden", so Padutsch. Er wäscht seine Hände in Unschuld: "Was immer da ab Montag abgeht, der Padutsch war es nicht."