Grünes Licht für Ausbau des AKW Dukovany

Tschechisches Umweltministerium billigt Ausbau des Atomkraftwerk Dukovany
Tschechisches Umweltministerium billigt Ausbau des Atomkraftwerk DukovanyBild: picturedesk.com/APA
Laut Gutachtern hat das Atomkraftwerk an Österreichs Grenze "annehmbare Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung".
Trotz Protesten aus Österreich hat das tschechische Umweltministerium den geplanten Ausbau des südmährischen Atomkraftwerkes Dukovany gebilligt. Der teilstaatliche Energiekonzern (EZ) hat ein positives Gutachten im Rahmen eines Umweltverträglichkeitsverfahren erhalten, an dem auch die Nachbarländer von Tschechien teilgenommen haben. Damit stehen dem Bau von ein bis zwei neuen Reaktoren 35 Kilometer von österreichischer Grenze entfernt (fast) nichts mehr im Weg.

Dennoch: Das Gutachten ist noch keine endgültige Zustimmung für den Ausbau des 1987 in Betrieb genommenen Kraftwerks, sondern nur ein erster Schritt für weitere Verfahren. 2020 möchte die tschechischen Regierung mit der Vorbereitung für das Ausschreibungsverfahren für den Ausbau beginnen.

Umweltministerium Österreich: "Lehnen Ausbau ab"



Österreich war im vollen Umfang am grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsverfahren beteiligt und hat zahlreiche kritische Stellungnahmen eingebracht, mit dem Ziel einen Ausbau des AKW Dukovany zu verhindern. Bislang vergebens. "Wir lehnen den geplanten Ausbau nach wie vor ab und halten an dieser Einschätzung fest. Fast 80.000 Österreicherinnen und Österreicher haben im Verlauf des Verfahrens Stellungnahmen eingebracht. Das zeigt, wie wichtig dieses Thema den Menschen ist. Darum lautet unser Ziel: 100 Prozent aus erneuerbaren Energien", heißt es aus dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

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Kritik äußert auch die frühere ÖVP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger: "Es ist völlig unverständlich, wie man heute noch neue Atommeiler errichten kann. Atomkraft ist keine Technologie der Zukunft, sie ist nicht sauber, sie ist nicht klimaschonend, sie ist nicht billig und sie ist vor allem gefährlich." Sie fordert eine Wiederholung des Umweltverträglichkeitsverfahrens und eine Offenlegung der Finanzierung des neuen Reaktors.

Kritik von Köstinger, Mikl-Leitner, Anschober



Kritik kam auch von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober. Der Kühlwasser-Mangel sei am AKW-Standort Dukovany ein besonders kritischer Punkt. "Gemeinsam mit NGO aus Tschechien und vielen Bürgern Tschechiens werden wir alle politischen und rechtlichen Schritte gegen weitere Atomreaktoren ergreifen, die möglich sind", so der Gründer der "Allianz der Regionen für einen schrittweisen europaweiten Atomausstieg". (jd)

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