Der griechische Ministerpräsident, Antonis Samaras und sein Finanzminister Ioannis Stournaras haben sich auf ein rund 11,88 Milliarden Euro schweres Sparprogramm für das von der Pleite bedrohte Land geeinigt. Die Gewerkschaften streiken seit Mittwoch als Antwort auf dieses Sparpaket. In Athen kam es vor dem Parlament zu Ausschreitungen.
Zusätzlich zum Sparprogramm sollen weitere zwei Milliarden Euro durch neue Steuern in die Staatskassen fließen. Das Sparprogramm muss nun bei einem neuen Treffen mit den Koalitionspartnern, dem Sozialisten Evangelos Venizelos und dem Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, gebilligt werden. Auch die sogenannte "Troika" aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zenrralbank (EZB) muss noch zustimmen. Die Kontrolleure werden am Wochenende in Athen erwartet und sollen die Arbeit am Montag wieder aufnehmen.
Ausschreitungen in Athen
Am Rande einer Demonstration von mehreren tausend Menschen in Athen gegen die weiteren Sparmaßnahmen ist es am Mittwoch auf dem Platz vor dem Parlament zu Ausschreitungen gekommen. Rund 200 vermummte Autonome schleuderten mehrere Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, wie das Fernsehen zeigte. Tausende Demonstranten flüchteten in Nebenstraßen.
Flugverkehr steht
Der Fähr-, Flug- und Zugverkehr sind massiv betroffen. Banken und Postfilialen bleiben ebenso geschlossen wie etliche Touristenattraktionen. Den Anfang machten die Busfahrer von Athen mit einer dreistündigen Arbeitsniederlegung. Es folgten die Seeleute. Keine Fähre lief aus dem Haupthafen des Landes in Piräus aus. Seit 9.00 Uhr haben auch die Fluglotsen für drei Stunden ihre Arbeit niedergelegt. Flugpassagiere müssen sich deshalb auf erhebliche Verzögerungen einstellen.
Dutzende Flüge müssten verschoben werden, teilten die Fluggesellschaften mit. Vom Athener Haupthafen Piräus wird keine Fähre zu den Inseln auslaufen. Bei den Bussen in Athen soll es zwei dreistündige Arbeitsniederlegungen geben. Die Athener Vorstandbahn soll ganztags bestreikt werden. Ärzte werden nur Notfälle behandeln. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie Schulen sollen für 24 Stunden bestreikt werden. Um die Mittagszeit sind in Athen und anderen Städten des Landes Demonstrationen geplant.