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Mutmaßliche Gruppenvergewaltiger erhalten Besuch im Kna

Seit zehn Tagen sitzen fünf Deutsche, die eine 18-Jährige vergewaltigt haben sollen, in Untersuchungshaft. Nun sahen sie ihre Familien wieder.
25.07.2023, 09:58
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Die fünf Deutschen sitzen seit über zehn Tagen auf Mallorca in Haft. Der Vorwurf: Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen, ebenfalls aus Deutschland. Zunächst landeten die Männer im Alter zwischen 21 und 23 Jahren in Gefängniszellen der spanischen Polizei, dann auf Geheiß des Ermittlungsrichters in U-Haft. Und genau dort wurden sie nun von ihren Angehörigen besucht – aber nur für genau 40 Minuten.

Denn längere Besuche sind im mallorquinischen Gefängnis nicht gestattet – auch wenn die Familien der mutmaßlichen Täter für den Besuch aus Deutschland angereist sind. "Focus" berichtet, dass die Angehörigen vom Dortmunder Flughafen aus geflogen sind und am Sonntag die jungen Männer im Trakt 10 wiedergesehen hätten. Mit dabei gehabt hätten sie mehrere große Reisetaschen mit unbekanntem Inhalt. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie den Tatverdächtigen Geld, frische Kleidung und andere Dinge für den täglichen Gebrauch mitbrachten – aber eben nur das Erlaubte.

Freilassung auf Kaution abgelehnt

Wie lange die mutmaßlichen Gruppenvergewaltiger noch in Untersuchungshaft einsitzen müssen, wann sie das nächste Mal angehört werden und wann es zum Prozess gegen die Fünf kommt, ist derzeit noch vollkommen unklar. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Die Anwälte, die die Männer vertreten, versuchen wohl derzeit, einen Anhörungstermin beim Richter zu erwirken, um die Männer doch noch auf Kaution freizukriegen – ein vorheriger Antrag wurde aber bereits abgelehnt. Und die Zeit drängt: Denn ab August beginnen die Behördenferien in Spanien – und in dieser Zeit ist eine Entscheidung in dem Fall sehr unwahrscheinlich.

Im Centro Penitenciario de Mallorca, dem Gefängnis, in dem die Deutschen aus dem Märkischen Kreis einsitzen, befinden sich noch 1.200 andere Häftlinge aus 50 verschiedenen Ländern. Insgesamt arbeiten dort 500 Vollzugsbeamte. Laut «Focus» handelt es sich um relativ modernes Gefängnis, das auch über eine eigene Krankenstation verfüge. Die Besuchsregelung sei äußerst strikt: Dazu zählen die besagten 40 Minuten Besuchszeit – und das auch nur einmal die Woche. Den Familien der mutmaßlichen Täter bleibt also nichts anderes übrig, als in der kommenden Woche noch einmal wiederzukommen. Nach dem Besuch stiegen sie "sichtlich berührt und betroffen" wieder in ihre Taxis.

Das ist passiert

Die Polizei hat in einer Pressemitteilung den von ihr ermittelten Tathergang geschildert. Demnach hatte die junge Frau in der Nacht auf Donnerstag einen etwa gleichaltrigen Mann aus Deutschland kennen gelernt. Sie habe eingewilligt, mit ihm auf sein Hotelzimmer zu gehen.

An der Rezeption sei sie jedoch abgewiesen worden, weil sie dort kein Gast war. Daraufhin seien die beiden in ein nahe gelegenes Hotel gegangen, wo fünf Freunde des Mannes, ebenfalls aus Deutschland, abgestiegen waren. Als diese später in ihr Zimmer kamen, hätten vier von ihnen die Frau zu sexuellen Handlungen gezwungen.

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