Guantanamo-Häftlinge über Folter und Angst

Bild: Luke MacGregor / Reuters
Seit zehn Jahren gibt es das US-Gefangenenlager Guantanamo jetzt - die Erinnerungen an Folter und Angst bestimmen noch heute das Leben vieler ehemaliger Häftlinge. Ehemalige Häftlingr packten nun über das Leben im Folterknast aus.


Er habe niemals erwartet, dass seine traumatischen Erlebnisse in dem Lager noch heute so sehr Teil seines Alltags sein würden, sagte der 43 Jahre alte Moazzam Begg aus dem englischen Birmingham am Dienstag bei einer Veranstaltung mit Ex-Häftlingen in London. "Es hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin." Begg verbrachte nach eigenen Angaben zwei Jahre in dem umstrittenen Lager auf Kuba, bevor er freigelassen wurde.

Er sei im Jänner 2002 in Pakistan festgenommen worden, wo er damals lebte, erklärte er. Die Veranstaltung, zu der unter anderem die Organisation Cageprisoners eingeladen hatte, fand im Londoner Journalisten-Treff Frontline Club statt. Der Club ist durch seine Unterstützung von Wikileaks-Gründer Julian Assange bekanntgeworden. Er sei ausgezogen, geschlagen und gedemütigt worden, erklärte Begg.

"Außerhalb des Rechts"

"Guantanamo liegt außerhalb jeglicher Regeln des Rechts, es läuft entgegen aller Parameter, was rechtens ist", sagte der Journalist Sami El-Hajj, der sechs Jahre lang in dem Lager festgehalten wurde. Er habe einen Großteil der Ex-Häftlinge besucht. "Viele von ihnen leiden unter allen möglichen psychischen und emotionalen Problemen. Die meisten sind nicht in der Lage, wieder zu arbeiten." Und es gebe weiterhin 171 Familien, die auf die Rückkehr ihrer Angehörigen warteten.

Das Lager war vor zehn Jahren, wenige Monate nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001, eröffnet worden. Die USA halten dort Terrorverdächtige fest. Nach Ansicht von Menschenrechtsexperten ist es ein Symbol für Folter und Willkür geworden.
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