Guantanamo lässt die Siemens-Kasse klingeln

Das Gefangenenlager Guantanamo
Das Gefangenenlager GuantanamoBild: Reuters
Der deutsche Tech-Riese Siemens baut das US-Lager Guantanamo auf Kuba um. Das Camp soll "energieeffizienter" werden.
Siemens hat einen profitablen Auftrag für ein Energieprojekt auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba ergattert. Für die geplanten Arbeiten wird der Konzern knapp 829 Millionen US-Dollar kassieren, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

Siemens soll "die Energieeffizienz der Einrichtung" steigern: Der Konzern werde Upgrades an Heizsystemen, Klimaanlagen und der Beleuchtung vornehmen und an Energiespeichern und Photovoltaikanlagen arbeiten, meldeten die Amerikaner. Der Auftrag ist langfristig angelegt: Man erwarte eine Fertigstellung bis April 2043, heißt es in der Mitteilung.

Das Gefangenenlager



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Der Marinestützpunkt Guantanamo – kurz „Gitmo" – ist vor allem bekannt, weil dort das umstrittene Gefangenenlager angesiedelt ist. Das Lager hatte die US-Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtet, um mutmaßliche Terroristen festzuhalten. Die Rechtslage der Gefangenen, die Haftbedingungen und die Verhör- und Foltermethoden führen seit Jahren international zu scharfer Kritik und zu Forderungen nach Schließung. Nachdem seit 2002 insgesamt 779 Gefangene dort inhaftiert worden waren, sitzen nach offiziellen Angaben immer noch 40 Personen ein.

Die Marinebasis





Die Marinebasis selbst ist aber noch größer und wesentlich älter. Die USA hatten das ursprünglich 120 Quadratkilometer große Gebiet ab 1903 (für 2.000 US-Dollar) gepachtet. Die kubanische Regierung betrachtet den Pachtvertrag, der 1934 unbefristet verlängert wurde, inzwischen als ungültig.

Auch im sozialistischen Teil Kubas ist der deutsche Technologie-Riese sehr aktiv. Das Stromnetz soll ausgebaut werden. Zur Zeit deckt Kuba über 95 Prozent seines Energiebedarfs aus fossilen Quellen, vor allem Öl aus Venezuela und landeseigenes Erdgas. Strom wird hauptsächlich mit Dieselgeneratoren erzeugt. Die veraltete Technik der Raffinerien und Kraftwerke stammt aus den 50er- und 60er-Jahren.

Kuba modernisiert deshalb die marode Energie-Infrastruktur. Siemens hat bereits eine Absichtserklärung mit dem staatlichen Versorger UNE unterzeichnet und will ein Gaskraftwerk bauen.

(red)

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