Johann Gudenus zu Koks-Foto: "Schnee von gestern"

Johann Gudenus bei Corona-Demo
Johann Gudenus bei Corona-DemoPicturedesk
Johann Gudenus soll im Vorfeld des Ibiza-Abends beim Koksen gefilmt worden sein. Der "Kurier" veröffentlichte nun ein vermeintliches Beweisfoto.

Die in einer Steckdose in Wr. Neustadt (NÖ) sichergestellte Speicherkarte mit dem Ibiza-Video entpuppt sich für die Ermittler offenbar als regelrechte Fundgrube. Nämlich nicht nur 30 neue Videos von jenem für Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus verhängnisvollen Abend in der Finca auf Ibiza sind darauf gesichert, sondern auch Clips und Audiodateien von vorbereitenden Treffen und der Kontaktanbahnung mit Gudenus in Wien.

Bild soll Gudenus beim Koksen zeigen

Der "Kurier" zitiert nun aus dem 378-seitigen Zwischenbericht der "Soko Ibiza". Teil des Akts ist auch kompromittierendes Bildmaterial, das den ehemaligen freiheitlichen Klubobmann beim Ziehen einer "Line" zeigen soll. "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk twitterte das Bild und führte aus: "Warum sind diese im 'Kurier' erstmals gezeigten Fotos von öffentlichem Interesse? Weil Gudenus stets gegen Koks-Dealer und ein liberales Drogenrecht hetzte."

Verfahren mittlerweile eingestellt

"Heute" erreichte Johann Gudenus Dienstagabend telefonisch. Er befindet sich gerade auf einer Alm in Kärnten und sagt zu dem Foto, das ihn beim Koksen zeigen soll: "Das ist Schnee von gestern. Fakt ist: Das Verfahren gegen mich wurde eingestellt." Über die Authentizität äußerte er sich nicht. "Heute"-Infos zufolge sollen Gudenus und Strache bereits vor rund sieben Wochen in dieser Angelegenheit einvernommen worden sein. 

Zudem soll darüber gesprochen worden sein, welche Firmen der Lockvogel aufziehen soll, um in Österreich Fuß fassen zu können. Mittlerweile fahndet das Bundeskriminalamt (bisher vergeblich) weltweit nach jener Frau, die sich als Oligarchin ausgegeben hat und dafür Dokumente gefälscht haben soll. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

FPÖ vermutet ÖVP-Masterplan dahinter

"Noch heute habe ich in der Pressekonferenz [...] angekündigt, dass rechtzeitig vor der Einvernahme von Kurz und Co. im U-Ausschuss wieder Video-Schnipsel in den Medien kursieren werden, um die Aufmerksamkeit von der Involvierung des ÖVP-Kanzlers und seines engsten Umfelds in den schwarzen tiefen Staat wegzulenken. Keine zwölf Stunden später ist es bereits soweit", kommentiert der FPÖ-Abgeordnete Christian Hafenecker die Video-Veröffentlichung. 

Außerdem würde der vom "Kurier" zitierte Zwischenbericht der "Soko Ibiza" dem U-Ausschuss bisher nicht vorliegen – ebenso wenig wie die erwähnten Videos, die angeblich sichergestellt wurden und seit fast zwei Monate im Bundeskriminalamt "bearbeitet" werden.

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