Szene

Gurlitt: Cousine erhebt Anspruch auf Erbe

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:47

Das Kunstmuseum Bern will das umstrittene Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt annehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Berlin erfuhr, hat sich das Haus nach gründlicher Prüfung zu dem Schritt entschlossen. Gurlitts Cousine Uta Werner erhebt jedoch Anspruch auf das Erbe und wird von weiteren Angehörigen unterstützt.

Das Kunstmuseum Bern will das umstrittene Erbe des Kunstsammlers annehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Berlin erfuhr, hat sich das Haus nach gründlicher Prüfung zu dem Schritt entschlossen. Gurlitts Cousine Uta Werner erhebt jedoch Anspruch auf das Erbe und wird von weiteren Angehörigen unterstützt.

Die Cousine von Cornelius Gurlitt erhebt Anspruch auf das Erbe des Kunstsammlers. Nach Angaben ihres Sprechers beantragte Uta Werner am Freitag einen Erbschein beim zuständigen Nachlassgericht. Der am 6. Mai gestorbene Kunstsammler Gurlitt, dessen Vater einer von Adolf Hitlers Kunsthändlern war, hatte sein komplettes Vermögen inklusive der millionenschweren Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht.

Das Museum hatte sich mit der Entscheidung viel Zeit gelassen und die gesetzliche Frist zur Annahme des Erbes nahezu völlig ausgeschöpft. Erst heute, Freitag, war bekannt geworden, dass Bern das Gurlitt-Erbe annehmen wolle. Offiziell soll alles aber erst am Montag werden.

Uta Werner werde von ihren Kindern sowie einzelnen Söhnen und Enkeln ihres Bruders Dietrich unterstützt, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Die betagten Geschwister Uta und Dieter wären die gesetzlichen Erben gewesen. Dietrich Gurlitt hat bisher keine Ansprüche erhoben.

Eigentlich habe sich die Familie nur für den Fall auf das Erbe vorbereiten wollen, dass das Kunstmuseum Bern es ausschlägt. Wegen eines Gutachtens, das den Geisteszustand und damit die Testierfähigkeit von Cornelius Gurlitt anzweifelt, habe man sich aber jetzt anders entschieden, hieß es weiter. Beim Gericht war zunächst niemand für eine Bestätigung zu erreichen.

Experten heben hervor, dass Bern mit der Aufarbeitung des Gurlitt-Erbes die Chance erhalte, internationale Maßstäbe bei der Aufarbeitung von Raubkunst zu setzen. Der Präsident des jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, warnte indessen vor einigen Wochen das Kunstmuseum, das Gurlitt-Erbe voreilig anzunehmen.

Das Museum öffne eine "Büchse der Pandora" und werde eine Prozesslawine auslösen. Das Berner Museum würde sich und die Schweiz beschädigen, wenn es die Bilder nähme, bevor die Herkunft geklärt sei, betonte Lauder.

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