Gut ausgebildet steht man nie im Regen

Bild: Helmut Graf

Für diese vier jungen Menschen war nach der Matura noch lange nicht Schluss: Um in den wirtschaftlich immer schwieriger werdenden Zeiten optimale Chancen am Arbeitsmarkt zu besitzen, haben sie sich für ein Studium entschieden.

Uni, FH und pädagogische Hochschule: Vier Studenten erklären ihre Studienwahl

STUDENTEN-GIPFEL. Für diese vier jungen Menschen war nach der Matura noch lange nicht Schluss: Um

in den wirtschaftlich immer schwieriger werdenden Zeiten optimale Chancen am Arbeitsmarkt zu besitzen, haben sie sich für ein Studium entschieden. Beim "Magazin"-Interview im strömenden Mai-Regen bringen die angehenden Akademiker ihre Lernmotivation auf den Punkt: "Es klingt vielleicht abgedroschen, aber es stimmt einfach: Gut ausgebildet steht man nie im Regen", sagt ÖHPressesprecher und BOKUStudent Daniel Böhm (26).

Nach dem Zivildienst hat er Agrar- und Ernährungswissenschaft inskribiert – und den Schritt bis heute nicht bereut: "Der Wissensdurst war nach meiner Schulzeit einfach noch nicht gestillt", so Böhm. Ähnlich ist es bei Eleonora Kleibl (22), die sich für Politikwissenschaft entschieden hat.

"Ich habe mich schon lange dafür  interessiert – also war die Studienwahl für mich eine klare Sache." Jungen Maturanten, denen die Entscheidung nicht so leicht fällt, rät sie, vor dem Beginn der Ausbildung mit Studenten zu plaudern, Bildungsmessen und Tage der offenen Tür zu besuchen. "Und wenn das gewählte Fach dann doch nicht passt, sollte man unbedingt den Mut dazu haben, sich umzuentscheiden."

 

AB INS AUSLAND! Auch Auslandsaufenthalte legt die Akademikerin in spe angehenden Studenten dringend ans Herz: "Der Bologna-Prozess und die Einführung der ECTS-Punkte haben Auslandsaufenthalte und Erasmus-Projekte attraktiver gemacht. Die in Fremdstaaten erbrachten Leistungen sind EU-weit vergleichbar und können an der Heim-Uni kinderleicht angerechnet werden."

Beim Wort "Kinder" wird die 23-jährige Elisabeth Kohlmaier hellhörig. Seit 2010 lässt sie sich an der kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien/Krems zur Volksschullehrerin ausbilden: "Da ich als Leiterin einer Pfadfinder-Gruppe seit Jahren mit den Jüngsten zu tun habe, wusste ich, dass diese Ausbildung genau das Richtige für mich ist", sagt Kohlmaier.

Was ihr an der KPH Wien/Krems besonders gefällt? "Eindeutig das Unterrichten. Einmal in der Woche bekommen wir Studenten die Chance, das Erlernte vor einer Schulklasse in der Realität anzuwenden." Praxis wird auch an den Fachhochschulen großgeschrieben (siehe Seite 30), sagt Valerie Semorad (26). Sie entschied sich für "Gesundheitsmanagement" an der FH Krems. "Im Rahmen des Bachelor-Studiums muss man 28 Wochen lang in einem zum gewählten Fach passenden Unternehmen arbeiten. Das halte ich für sehr sinnvoll, um für das spätere Berufsleben gerüstet zu sein", so Semorad.

DAS PASSENDE STUDIUM FINDEN

Das umfangreiche Online-Portal ist eine übersichtliche Informationsquelle für angehende Studenten: Mittels Suchfunktion lassen sich sämtliche Facts über Studienmöglichkeiten und Hochschulen filtern. Zusätzlich liefert die Seite wertvolle Tipps zum Thema Studienfinanzierung und zeigt kostengünstige Wohnmöglichkeiten während der Ausbildung.

Wer eine Ausbildung an der FH anstrebt, ist bei diesem Online-Portal genau richtig. Es listet das Studienangebot und die Ausbildungsstätten der österreichischen Fachhochschulen.

Mehr als 5.000 Links zu Lernangeboten in 30 EU-Ländern

Dick da nach der FH!

Fachhochschul-Absolventen sind aufgrund ihrer Praxisnähe bei Betrieben besonders gefragt. Ab Herbst gibt’s neue Studienrichtungen.

 

ERFOLGSGESCHICHTE FH. Alles begann vor 20 Jahren mit dem Diplom-Studiengang Tourismus-Management an der FH Wien. Damals entschieden sich gerade einmal 700 Menschen für eine Ausbildung an einer Fachhochschule. Zwei Jahrzehnte später stürmen schon weit mehr als 40.000 Lernwillige die insgesamt 35 FHs in Österreich.

Die große Beliebtheit dieser Ausbildungsform liegt wohl auch daran, dass sich das öffentliche Bild seit 1994 massiv gewandelt hat. Anfangs galten Absolventen mit dem Titel-Zusatz „FH“ als Akademiker zweiter Klasse. Heute ist das Gegenteil der Fall: Die Personalchefs bedeutender Unternehmen suchen gezielt nach FH-Abgängern.

Auch bei Gehaltsverhandlungen fällt die Aussage „Sie sind ja gar kein richtiger Akademiker“ immer seltener. Laut Experten gibt es kaum noch Unterschiede bei den Bezügen von Fachhochschülern und Uni-Abgängern. Die Firmen lassen sich die praxisnahe Ausbildung (Pflichtpraktika, berufsbegleitende Studien, Forschungsprojekte) etwas kosten. Um dem großen Interesse gerecht zu werden, starten im Herbst spannende neue Studiengänge wie Gesundheits-und Krankenpflege (Wr. Neustadt), Kindergartenpädagogik  (Wien) und Engineering (Graz).

Fernstudium: Neben Job und Familie weiterbilden

VON ZUHAUSE STUDIEREN. Virtuelle Seminare, Online-Übungen und Kursbetreuung via Webforum – in Zeiten des Internet sind Studien fernab von überfüllten Hörsälen im Kommen. Diese Form der Ausbildung, die seit über 20 Jahren von der Linzer Johannes-Kepler-Universität angeboten wird, erfreut sich speziell bei Berufstätigen, Sportlern und Menschen mit Behinderung großer Beliebtheit. Interessierte können aus einem breiten Studienangebot wählen – fast alle gängigen Fächer sind vertreten.

Mündliche Prüfungen finden beim Fernstudium mittels Videokonferenz statt, schriftliche Klausurarbeiten  können in vier Städten (Bregenz, Linz, Saalfelden, Wien) abgelegt werden. Auch die Kosten sind moderat: Für ein Bachelor-Studium sind zwischen 1.500 und 2.400 Euro zu berappen. Dazu kommen die Kosten für  angefordertes Studienmaterial und der Studierendenschaftsbeitrag.

Wohin nach der Unterstufe?

Mit Zusatzkursen beruflich durchstarten

LEBENSLANGES LERNEN. Nach der Matura haben viele junge Menschen heutzutage den Wunsch, möglichst schnell eigenes Geld zu verdienen! Nach einigen Jahren kann sich die Blitz-Karriere aber rächen: Wenn es um eine Beförderung geht, haben Mitarbeiter mit Zusatzqualifikationen nämlich die besseren Karten.

Wer beruflich trotzdem weiterkommen möchte, sollte sich also unbedingt weiterbilden. Bei Instituten wie bfi () gibt es ein breites Kursangebot – von Sprachkursen bis zur Matura im zweiten Anlauf ist wohl für jeden Lernwilligen etwas dabei. Wer sich zu einer Fortbildung entschließt, hat auch das Recht auf Förderungen: Die Seite www.kursfoerderung.at bietet komprimiert sämtliche Infos.

 

FÜNF TIPPS. HAK, HTL oder doch die Kindergartenschule? Ende Mai stehen wieder Tausende Schüler vor der finalen Entscheidung, welche weiterführende Schule sie ab September besuchen sollen. „MagazIn“ hat fünf Entscheidungstipps für Spätentschlossene.

 

1 Tag der offenen Tür nützen. Nur vor Ort bekommen Jugendliche einen Eindruc k davon, was sie in der jeweiligen Ausbildungsstätte erwartet. Es ist wichtig, dass sich die Teenager beim Lernen wohlfühlen.

2 Talente-Check. 14-Jährige sollten die eigenen Begabungen und Interessen genau kennen. An den meisten Mittelschulen werden entsprechende Tests kostenlos angeboten.

3 Freunde fragen. Persönliche Erfahrungen von Absolventen können äußerst hilfreich sein.

4 Internet-Recherche. Worauf wird wo besonderer Wert gelegt? Unbedingt Lehrpläne und Schwerpunkte der jeweiligen Ausbildungsstätte online vergleichen. Infos: www.abc. berufsbildendeschulen.at

5 Zusatzangebote. Welche Schule bietet Computerklassen, Sportgruppen oder interessante Freigegenstände an? Schon mit 14 Jahren haben Kinder die Qual der Wahl: Welcher Schultyp ist nach der Mittelschule der richtige?
 

 

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