Gutachter: Germanwings-Ermittlung "irreparabel vergi...

Andreas L. (27) soll vor genau zwei Jahren als Selbstmörder 150 Insassen einer Germanwings-Maschine in den Tod gesteuert haben. Ein vom Vater des Copiloten in Auftrag gegebener Gutachter kommt nun zu einem anderen Schluss.

Andreas L. (27) soll vor genau zwei Jahren als Selbstmörder 150 Insassen einer Germanwings-Maschine in den Tod gesteuert haben. Ein vom Vater des Copiloten in Auftrag gegebener Gutachter kommt nun zu einem anderen Schluss.
Günter L., Vater von Germanwings-Pilot Andreas L. (27),  hat am Freitag gefordert, die Germanwings-Tragödie neu aufzurollen. "Wir müssen damit leben, dass unser Sohn als dauerdepressiv dargestellt wird. Richtig ist, dass er 2006 bis 2008 an einer Depression litt. Sechs Jahre vor dem Absturz überwand er diese", widersprach er in Berlin vor Medienvertretern der gängigen Selbstmord-Theorie.

Auf der Suche nach "Antworten und Wahrheit" habe die Familie Tim van Bevern beauftragt. "Etwas Vergleichbares habe ich in den letzten 25 Jahren nicht erlebt", sagte der Luftfahrt-Experte bei der Pressekonferenz. "Schon nach 48 Stunden war für die französischen Ermittler der Fall geklärt: Der Copilot war es." Auch für die Medien sei klar gewesen, dass Copilot L. beim Absturz in den französischen Alpen alleine im Cockpit und bei Bewusstsein war. Dabei sei das von Anfang an eine "reine Spekulation" gewesen.

"Irreparable Vergiftung" der Untersuchung

Diese Spekulation habe zu einer "irreparablen Vergiftung der zivilen und polizeilichen Untersuchung" geführt. Die ersten Fakten habe man nicht mehr kritisch hinterfragt, der Schuldige schien bereits gefunden. Alle neuen Informationen seien so interpretiert worden, dass sie diese Theorie bestätigen. Um diesen "Bias" zu vermeiden, sei bei derartigen Untersuchungen üblich, dass Psychologen zu Rate gezogen werden. Das sei bei der Germanwings-Tragödie nicht passiert: "Es waren ausschließlich Ingenieure beteiligt."

Die Familie fordert nun, wegen Unstimmigkeiten die Ermittlungen neu aufzurollen. Auf Sprachaufzeichnungen aus dem Cockpit habe man laut internen Berichten der Ermittler in Frankreich etwa den Atem von Lubitz gehört. Dabei sei aber unklar gewesen, ob der Copilot bei Bewusstsein war. Zudem seien die Daten des Flugschreibers nie veröffentlicht worden.

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