Ukraine

"Gute Show": China unterstützt Putins Butscha-Blutbad

In den letzten Tagen gingen schockierende Bilder von Leichen in der Stadt Butscha um die Welt. Chinesische Medien unterstützen jedoch den Kreml.
Nicolas Kubrak
10.04.2022, 20:52

Die chinesischen Fernsehsender berichten seit einigen Wochen über die Ereignisse in der Ukraine, aber es ist schwierig, ihre Berichterstattung als objektiv zu bezeichnen. Den Zusehern wurde ein Bericht über die zivilen Opfer in Butscha gezeigt, in dem die russische Version der Ereignisse unterstrichen wurde. Erst vor wenigen Tagen zitierte die russische Nachrichtenagentur TASS den Außenminister Sergej Lawrow mit den Worten, es habe ein "inszeniertes Massaker" und "eine Flut von Fake News" über das Blutbad in Butscha gegeben.

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Mitarbeiter von CCTV (China Central Television - Anm.) erzählten von den unbegründeten Behauptungen Moskaus, das Massaker sei "erfunden worden, nachdem sich die russischen Streitkräfte aus dem Gebiet zurückgezogen hatten". In dem stark verschwommenen Bericht aus der ukrainischen Stadt erscheint eine Bildunterschrift, in der Russland zitiert wird: "Die Ukrainer haben eine gute Show geliefert".

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Poker um Chinas Position im Krieg

Satellitenbilder deuten darauf hin, dass einige Leichen seit mindestens 18. März dort lagen, und Augenzeugen berichten, dass das Massaker bereits vor mehreren Wochen begann, wie der US-Fernsehsender CNN berichtet. "Die Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen erhöhen den Einsatz um Chinas Position", behaupten CNN-Journalisten.

In den letzten Wochen hat Peking versucht, sich als neutralen Akteur darzustellen, indem man zum Frieden aufrief und die Schuld an der Situation in der Ukraine den USA zuschob.

In der chinesischen nationalistischen Tageszeitung "Global Times" wurde kürzlich ein Artikel veröffentlicht, in dem der Wahrheitsgehalt des "Butscha-Zwischenfalls" und die Schuld Russlands daran in Frage gestellt wurde. "Unabhängig davon, wie sich der 'Butscha-Zwischenfall' ereignet hat, kann zumindest eines nicht geleugnet werden: Der Krieg selbst ist der Hauptverursacher der humanitären Katastrophe", konnte man in der Zeitung lesen.

Chinesische Diplomaten unterstützen Putin

Bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag räumte der chinesische Botschafter Zhang Jun ein, dass die Bilder von toten Zivilisten "zutiefst beunruhigend" seien, aber wenn es darum gehe, die Schuld für die Situation zuzuweisen, rief er alle Seiten auf, "sich zurückzuhalten und unbegründete Anschuldigungen zu vermeiden". Die relevanten Umstände und spezifischen Ursache des Vorfalls sollten überprüft und festgestellt werden, so der Botschafter. "Alle Anschuldigungen sollten auf Fakten beruhen", betonte Zhang.

Im eigenen Land sendet China jedoch immer stärkere Signale an seine Bürger und weist darauf hin, dass in Butscha kein Massaker stattgefunden hat und dass es sich nur um ein taktisches Spiel der Ukraine handle.

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