FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache fordert jetzt, dass im Fall Natascha Kampusch das FBI eingeschalten werden muss. Das bestätigt der Politiker im Gespräch mit Heute.at.
Die Aussage von Werner Amon (V), Vorsitzender des Kampusch-Unterausschusses des Innenausschusses im Parlament, in der aktuellen Ausgabe des deutschen Magazin "Der Spiegel" sorgte für ein neuerliches, mediales Beben rund um den Fall Kampusch: "Aus meiner Sicht ist eine Einzeltätertheorie nur schwer aufrechtzuerhalten", so Amon.
In einem Gespräch mit der deutschen "Bild"-Zeitung forderte Strache die Einschaltung von Spezialermittlern des deutschen BKA und des amerikanischen FBI. "Dieser Fall stinkt von vorne bis hinten", bestätigt Strache diese Forderung. "Dieser Krimi 'Natascha Kampusch' muss restlos aufgeklärt werden, am besten in einem echten Untersuchungsauschuss, so Strache weiter.
Seiner Meinung nach seien zu viele Punkte in dem Fall offen, bzw. sollten Widersprüche und Ungereimtheiten aufgeklärt werden:
Spürhund: "Warum gab es keine Grabungen am Grundstück von Herrn Priklopil, obwohl ein Spürhund im Garten angeschlagen hat?", wundert sich der FPÖ-Chef.
2-Täter-Theorie: Warum beharren die Ermittler auf einen Einzeltäter, obwohl eine Zeugin unmittelbar nach der Entführung und auch Jahre später einen zweiten Mann gesehen haben will?
DNA: "Was ist mit den DNA-Spuren im Auto Priklopils?", will Strache wissen - der Entführer war nach der Befreiung Natascha Kampuschs mit seinem Freund H. stundenlang umhergefahren. Im Auto wurden auch Spuren sichergestellt, die nicht zuordenbar waren.
Spuren: Nach der Befreiung wurden im Haus von Priklopil Spuren entfernt. "Warum ist dem nicht nachgegangen worden?", wundert sich Strache.
Konten: Warum hatte Priklopil ein Vermögen am Konto, obwohl er als arbeitslos gemeldet war? Konkret soll der Entführer mehrere Immobilien in Wien gekauft haben, besaß drei Wertpapierdepots sowie ein Konto bei der Hypo-Bank. Außerdem fuhr er einen BMW.
Obduktion: Ungereimtheiten sieht Strache auch bei der Obduktion des von einem Zug getöteten Entführers. Weil die Temperatur des Leichnams nicht gemessen wurde, sei der Todeszeitpunkt, den der Zugführer angegeben hatte, nicht bestätigt worden.
Leiche: Auch beim Körper des Toten gäbe es Ungereimtheiten: Warum war der Körper unversehrt, der Kopf aber abgetrennt, wenn Priklopil fast zwei Meter weit vom Zug mitgeschleift worden war? Möglicherweise sei der Entführer ermordert und auf die Geleise gelegt worden, und habe sich nicht selbst, wie verbreitet, vor den Zug geschmissen.