Schumacher kam 2021 mit großen Vorschusslorbeeren in die Motorsport-"Königsklasse", wurde als Ferrari-Rookie in der Saison 2021 bei Partnerteam Haas geparkt und schlug sich zunächst durchaus solide. 2022 erhielt der Sohn von Siebenfach-Weltmeister Michael Schumacher allerdings mit dem Dänen Kevin Magnussen einen routinierteren Teamkollegen. Und hatte hart zu kämpfen. Bloß zweimal schaffte der 23-Jährige den Sprung in die Punkte, blieb klar hinter Magnussen zurück. Und verursachte auch millionenschwere Unfallschäden. All das kostete Schumacher schließlich seinen Stammplatz. Der Vertrag des Deutschen wurde nicht verlängert, stattdessen Nico Hülkenberg geholt. Schumi kam derweil als Testfahrer bei Mercedes unter.
Schon in der abgelaufenen Saison wurde klar, dass der deutsche Pilot und Teamchef Günther Steiner nicht gerade das beste Verhältnis hatten. In der am Freitag anlaufenden Staffel der Formel-1-Dokureihe "Drive to Survive" auf dem Streamingportal "Netflix" wird nun klar, wie die Haas-Bosse über den Deutschen spotteten.
In der dritten Folge der Dokureihe ist ein Telefonat zwischen Steiner und Teambesitzer Gene Haas zu hören. Dabei unterhalten sich die beiden über Schumachers schweren Unfall im Qualifying von Dschidda.
"Es ist schlimm, zwischen einer halben und einer Million", bezifferte Steiner in dem Gespräch den finanziellen Schaden des Schumacher-Unfalls. Danach fügte der Südtiroler an: "Wir haben ihm ein Jahr zum Lernen gegeben und was macht er? Im zweiten Rennen zerstört er verdammt noch einmal sein Auto. Nur, weil der andere schneller ist", so Steiner. "Der Andere", damit ist Magnussen gemeint. Die nüchterne Antwort von Teambesitzer Haas: "Es wächst ihm über den Kopf."
Daraufhin ist der Unfall in Miami zu sehen, Schumacher crasht mit seinem Mentor Sebastian Vettel, wird von Magnussen noch verteidigt. "Er kann es schaffen", hört man den Dänen sagen, ehe Steiner entgegnet: "Sobald er versucht, mehr herauszuholen, crasht er verdammt noch einmal."
Der zweite schwere Unfall passierte dann in Monaco, als Schumacher in der Schwimmbad-Schikane verunfallte, sein Bolide in zwei Teile zerbrach – neuerlich ein Totalschaden. "Es braucht Talent, man kann Talent nicht entwickeln", so Haas, Steiner ergänzte: "Nein, man kann Talent nicht kaufen und es nicht entwickeln."
Steiner ist daraufhin am Rande des Rennens in Baku im Gespräch mit einem anderen Teammitglied zu sehen. Dieses fragt den Teamchef, ob es dem Deutschen an Selbstvertrauen mangele. "Wenn er hier wieder crasht, reißen sie ihn in Stücke. Ich nicht, sondern die Öffentlichkeit. Weißt du, wie oft ich Gene zuhören muss? Gene hasst nichts mehr, als wenn ein Auto crasht", antwortete Teamchef Steiner. Am Ende der Saison folgte schließlich die Trennung, die sich früh abgezeichnet hat...