"Wir haben einen Deal“, verkündete EU-Außenbeauftragter Josep Borrell am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Im Rahmen des EU-geführten Dialogs habe Serbien zugestimmt, Einreise- und Ausreisedokumente für Inhaber eines kosovarischen Personalausweises abzuschaffen, im Gegenzug habe der Kosovo zugestimmt, dasselbe für Personen mit serbischen Dokumenten zu tun.
"Kosovo-Serben sowie alle anderen Bürger werden mit ihren Personalausweisen frei zwischen Kosovo und Serbien reisen können. Die EU hat soeben entsprechende Garantien von Premier Kurti erhalten“, schrieb Borrell. Er lobte die "europäische Lösung“ und beglückwünschte den albanischen Regierungschefs Kurti und den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic zur Einigung.
Der neue Stichtag für die eigentlich bereits seit 1. August geplanten verschärften Maßnahmen im Kosovo war der 1. September. Nachdem die Spannungen im Norden des Kosovos eskaliert waren, verschob die Führung in Pristina die Einführung auf Druck der EU und der USA um einen Monat. Dabei wollte der Kosovo Regeln durchsetzen, die auch für Kosovaren bei der Einreise nach Serbien gelten. Hintergrund des Konflikts ist die Unabhängigkeitserklärung der einstigen serbischen Provinz Kosovo im Jahr 2008, die von Serbien nicht anerkannt wird.