Hack lässt Bankomaten Geld ausspucken

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Eine russische IT-Sicherheitsfirma warnt vor einer neuen Methode des Bankomaten-Hackings. Davon betroffen sollen auch Banken in Europa sein.

Bankomaten sind seit jeher ein beliebtes Ziel von Kriminellen. Früher mussten sie noch rohe Gewalt anwenden. Heutzutage können Bancomaten ganz ohne Aufsehen leergeräumt werden. Konkret: Ein Hacker in Osteuropa drückt einen Knopf und in Spanien oder England spucken Automaten Geld aus. Wie Sicherheitsforscher der russischen Group IB schreiben, wird dieses Vorgehen "Touchless Jackpotting" genannt.

Angreifer infizieren die zentralen Computersysteme einer Bank und nutzen dann ihre Schadsoftware für Attacken. Die Bankomaten selber werden also nicht physisch manipuliert, sondern aus der Ferne gehackt. Komplizen der Hacker würden vor den Automaten warten, um das Geld einzusammeln und abzutransportieren.

Die Fälle in Europa mehren sich

Unter anderem gab es Vorfälle in Armenien, Estland, den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien und England. Welche Bankinstitute betroffen waren, ist nicht bekannt.

Dem Geldautomatenhersteller NCR sind die Methoden bekannt. "Unsere Sicherheitsexperten kennen diese Art der Angriffe und haben Lösungen und Strategien dagegen", sagt Ortrud Wenzel, Sprecherin der Firma.

Aus Sicherheitsgründen gebe man aber keine weiteren Details dazu bekannt.

Immer ausgefeiltere Angriffe

Generell können man aber sagen, dass Angriffe auf Bankomaten immer komplexer und ausgefeilter werden, so Wenzel. Das liege daran, dass Hacker mehr Zeit investierten, um Schwachstellen in Infrastrukturen von Banken und Automaten zu finden. Die Absicherung von Endgeräten und Netzwerken sei daher eine wichtige Aufgabe, an der ständig gearbeitet werde.
 

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