So hackte 20-Jähriger die Politiker-Accounts

Zahlreiche Daten und Dokumente von Hunderten deutschen Politikern wurden im Internet veröffentlicht. Jetzt wurde ein 20-jähriger Tatverdächtiger festgenommen.
Der nach dem großangelegten Datendiebstahl bei deutschen Politikern und weiteren Prominenten festgenommene 20-jährige Verdächtige hat den Ermittlungen zufolge aus Ärger gehandelt. Und er tat dies allein, wie er gestand.

Der Mann habe angegeben, "aus Verärgerung über öffentliche Äußerunhgen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben", teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mit.

Wieder auf freiem Fuß

Der junge Mann war am Sonntag im Bundesland Hessen festgenommen worden. In Vernehmungen habe er die "gegen ihn erhobenen Vorwürfe umfassend eingeräumt", erklärte das BKA. Zudem habe er "über eigene Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet". Mangels Haftgründen sei er am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

CommentCreated with Sketch.23 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die bei Durchsuchungen beschlagnahmten Beweismittel wie Computer und Datenträger würden nun umfassend ausgewertet. Ein Computer, den der Verdächtige beiseite geschafft habe, sei gefunden worden, hieß es weiter.

Die gehackten Daten veröffentlichte der 20-Jährige auf Twitter. Dabei nannte er sich GoD - siehe Foto oben in der Diashow.

Seehofer gratuliert

Der Datendiebstahl im großen Stil war Ende vergangener Woche bekannt geworden. Betroffen waren davon nach Angaben des Bundesinnenministeriums zahlreiche Politiker, Journalisten und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Das Ministerium sprach am Montag von 50 bis 60 schweren Fällen sowie rund tausend weiteren, bei denen es nach den bisherigen Erkenntnissen überwiegend um reine Kontaktdaten gehe.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer gratulierte den Sicherheitsbehörden zu ihrem schnellen Ermittlungserfolg. "Durch die gute Zusammenarbeit der Zentralstelle für Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Bundeskriminalamtes, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und der Landespolizeibehörden wurde der mutmaßliche Täter schnell ermittelt", erklärte Seehofer am Dienstag in Berlin.

(Red)

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