Ein massiver Cyberangriff hat in der Nacht zum Montag die Kühlsysteme Hunderter französischer Supermärkte außer Betrieb gesetzt. Die Temperaturen in zahlreichen Kühl- und Gefrierschränken stiegen dabei auf bis zu 50 Grad Celsius, wodurch die Kühlung komplett zusammenbrach.
Betroffen von der Attacke waren unter anderem 150 Filialen der Kette Intermarche, rund 100 Filialen der Genossenschaftsgruppe Cooperative U sowie 80 Märkte von Carrefour. Der Schaden dürfte mehrere Millionen Euro betragen.
Wie es bei heise online heißt, handelt es sich bei den angegriffenen Systemen größtenteils um ältere Technologien des dänischen Herstellers Danfoss. Die Modelle AK-SM 800 und AK-SC 355 erhalten keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr.
Die Pariser Staatsanwaltschaft spricht von einem "großangelegten Cyberangriff auf die vernetzten Kühlsysteme mehrerer großer Lebensmittelmärkte im ganzen Land". Den Ermittlern zufolge brachen in einigen betroffenen Supermärkten als Folge der Attacke sogar Brände aus.
Dominique Schelcher, Vorstandsvorsitzender von Cooperative U, verurteilte die Angriffe scharf: "Geräte anzugreifen, die für die Konservierung frischer Produkte und die Lebensmittelversorgung der französischen Bevölkerung unverzichtbar sind, ist äußerst schwerwiegend und beispiellos."
Auch in den Niederlanden kam es zu Problemen: Der Lebensmittelhändler Ahold Delhaize, Muttergesellschaft der größten niederländischen Supermarktkette Albert Heijn, meldete ebenfalls ein Sicherheitsproblem in seinem Netzwerk. Ob ein Zusammenhang mit den französischen Angriffen besteht, war zunächst unklar.