Dummer Selbst-Test mit fatalen Folgen - und ein Vertuschungsversuch: Die Belegschaft der Justizanstalt Wien-Josefstadt probte den Ernstfall (Randale im Häf'n) und versprühte Tränengas mittels "Reizstoffwerfer". Die Folge: ein Justizwachebeamter mit "totalem Atemausfall" und ein (!) Jahr Krankenstand für die helfende Krankenschwester.
Dummer Selbst-Test mit fatalen Folgen - und ein Vertuschungsversuch: Die Belegschaft der Justizanstalt Wien-Josefstadt probte den Ernstfall (Randale im Häf'n) und versprühte Tränengas mittels "Reizstoffwerfer". Die Folge: ein Justizwachebeamter mit "totalem Atemausfall" und ein (!) Jahr Krankenstand für die helfende Krankenschwester.
Wie News berichtet, wurde die "Einsatzübung" in der Krankenabteilung der Anstalt durchgeführt. Die Vorgabe: "Insasse randaliert und verbarrikadiert sich im Haftraum." Die freiwillige Testperson, ein Justizwachebeamter, wurde per "Reizstoffwerfer" vier Sekunden lang mit Tränengas besprüht - eine Überdosis. "Innerhalb von zehn Sekunden setzte totaler Atemverlust ein", heißt es im Ermittlungsakt.
Daraufhin stürmte ein Kollege ins angrenzende Schwesternzimmer und alarmierte eine Helferin, die über den Test nicht informiert war. "Schon am Gang spürte ich einen brennenden Schmerz im Hals und in den Augen", sagte sie später aus. Diagnostiziert werden bei ihr unter anderem Schleimhautablösung an der Zunge und posttraumatische Störungen. Seit einem Jahr ist die Frau arbeitsunfähig.
Skandalös: Das Desaster wurde zwar auf Video aufgezeichnet, heikle Passagen aber später herausgeschnitten. Bei der Übung sei "niemand verletzt worden", hieß es zudem im Bericht der Einsatzgruppe. Der Test fand im Mai des Vorjahres statt. Damals war Claudia Bandion-Ortner noch Justiz- Chefin. War sie über den Vorfall informiert und hat geschwiegen?