Noch bei der nächsten Aufsichtsratssitzung der Linz AG im Juni wird die Entscheidung fallen: Ein Drittel der Linzer Hafenbecken soll verlandet, also zugeschüttet werden. Nur so seien die dringend benötigten Grundflächen für Betriebsansiedlungen zu beschaffen. Immerhin schrumpfte der Donau-Schiffsverkehr auf ein Rekordtief!
Soll etwa Österreichs zweitgrößter Donauhafen künftig ohne eigentlichen Schiffsverkehr auskommen? Dipl.-Ing. Walter Rathberger, Vorstandsdirektor der Linz AG, winkt ab und erklärt: Die Linzer Hafenanlagen entstanden nach dem Anschluss an das Dritte Reich, waren als Umschlagplatz für eine gigantische Industriezone von Linz bis ins westliche Niederösterreich konzipiert. Dazu kam es nie. Die überdimensionierten Hafenbecken blieben.
Umgekehrt wurde spätestens im Jahr 2006 der akute Platzmangel für die Neuansiedlung und Erweiterung von landgebundenen Logistikunternehmen, Lagerhallen und Exportfirmen schmerzhaft spürbar, wurden die Pläne zur Verringerung der ungenutzten Wasserflächen entwickelt - und die Euphorie der damaligen Verkehrs-Staatssekretäre Helmut Kukacka (VP) und Maria Kranzl (SP) skeptisch beurteilt: Tatsächlich trat bisher die prophezeite Vervielfachung des Frachtaufkommens auf der Donau ebenso wenig ein wie der Boom beim Container-Schiffsverkehr.
Konkret: Der Warenumschlag von und auf Donauschiffen sank 2009 im Linzer Handelshafen um 19,8 Prozent auf 456.723 Tonnen, im Tankhafen musste ein Minus von 8,7 Prozent bei der Anlieferung von Mineralölprodukten verzeichnet werden. Carlo Korosa