Wegen Untreue, Geschenkannahme und Urkundenfälschung mussten ein Ex-Banker und zahlreiche Mitangeklagte, großteils aus Serbien sowie Österreich, am Dienstag erneut in Wr. Neustadt vor Gericht.
Der Filialleiter aus dem südlichen NÖ soll von 2016 bis 2017 Kredite um knapp 1,3 Mio. Euro ohne ausreichende Bonitätsprüfung und teils ohne Anwesenheit der nicht kreditwürdigen Personen vergeben haben. Die Unterschriften soll er laut Anklage zum Teil selbst gesetzt und dafür Provisionen kassiert haben.
Ein mitangeklagter Autohändler, der auch Finanzierungen angeboten hatte, soll Wind davon bekommen und so Kredite für Familienangehörige vermittelt haben. Weitere Mitangeklagte: Ein Versicherungsmakler sowie ein Vermittler und andere Kreditnehmer.
Als es dann bei den fälligen Raten zu Zahlungsausfällen gekommen war, soll der Banker die Löcher mit Kundengeldern gestopft haben und flog schließlich auf.
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelte in der Folge. „Das war regelrechter Kredittourismus. Hier war eine hohe kriminelle Energie im Spiel“, betonte der Staatsanwalt beim Prozess im Mai bereits - mehr dazu hier.
Der hauptangeklagte Banker (45) will indes nur aus Ehrgeiz gehandelt haben: "Ich wollte das meine Filiale besser dasteht", verteidigte sich der Ex-Filialchef vor Gericht.
Die Urteile beim fortgesetzten Prozess am Dienstag: Drei Jahre teilbedingte Haft für den Banker. Ein Jahr davon muss der 45-Jährige absitzen. Der mitangeklagte Autotandler wurde zu zwei Jahren teilbedingter Haft verdonnert, muss davon acht Monate ins Gefängnis. Die restlichen Mitangeklagten kamen mit bedingten Haftstrafen davon. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.