Österreich

Hagelverletzte in Kärnten, Pflegeheim evakuiert

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:32

Nach mehreren richtig heißen Tagen bringen schwere Gewitter neben Abkühlung auch Starkregen, Hagel und Sturm nach Österreich. Erste Unwetter zogen am Dienstagnachmittag durch Niederösterreich.

#unwetter#hagel#villach
— Simse D (@simse1)

 
Der Sommer hat nur einen Tag Pause gemacht, die Unwetter über Österreich haben aber schwere Schäden und sogar Verletzte hinterlassen. In Kärnten wurden zehn Passanten mit Kopfverletzungen ins Spital eingeliefert, nachdem sie tischtennisballgroßen Hagelkörnern am Kopf getroffen wurden. Windschutzscheiben sahen aus, als onb sie mit Einschusslöchern übersät gewesen wären.

Kärnten wurde gleich zwei Mal von Unwettern erwischt. Während es beim ersten Unwetter am Mittwochvormittag "nur" wie aus Kübeln goss, hagelte es am Abend besonders in und um Villach stark. Passanten wurden von den großen Hagelkörnern überrascht, zehn Personen mussten laut "ORF Kärnten" mit Kopfverletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Der Hagel wird auch ein Versicherungsfall werden, denn die Wucht war so stark, dass Autoscheiben "eingeschossen" wurden.

Bei einem dramatischen Zwischenfall stürzte ein Baum um und begrub ein Auto in Villach unter sich. Der verletzte Lenker wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Wagen geschnitten werden. Die Wucht des Hagels zeigte sich auch bei einem Pflegeheim, das so stark beschädigt wurde, dass es evakuiert werden musste. Die Berufsschule bleibt Donnerstag geeschlossen, das sie überflutet wurde.

Zwei Tote wegen Unwettern in Venedig

Wie der "ORF" weiter berichtet, wurden in Feistritz an der Gail Hausdächer vom Hagel durchlöchert - 50 Prozent der Gebäude seien betroffen, wie Bürgermeister Dieter Mörtl bestätigt. Der Zug- und Straßen-Verkehr in Kärnten musste wegen umgestürzter Bäume immer wieder angehalten werden. In Arriach riss ein entwurzelter Baum eine Stromleitung ab, die einen Waldbrand auslöste. In zahlreichen Gemeinden fiel der Strom aus.

Wie auch in Kärnten stand die Feuerwehr am Mittwoch in ganz Österreich im Dauereinsatz. Zahlreiche Keller wurden überflutet, Straßen verlegt. Ausruhen gab es für die Einsatzkräfte nicht - bereits in der Nacht und am Donnerstag begannen landesweit die Aufräumarbeiten. Tragisch waren die Unwetter auch im Ausland. Bei Sturmböen und Gewittern kamen nahe Venedig zwei Menschen ums Leben.

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Nach mehreren richtig heißen Tagen - , Hagel und Sturm nach Österreich. Erste Unwetter zogen am Dienstagnachmittag durch Niederösterreich. Mittwoch ist es über ganz Österreich gewittrig, für die heimischen Seen gibt es Wetterwarnungen.

Eine Kaltfront bringt die von vielen hitzegeplagten Österreichern erwünschte Abkühlung, aber auch andere unerfreuliche Nebeneffekte mit sich. "In der schwül-heißen Luft finden die Gewitter perfekte Wachstumsbedingungen vor", warnte UBIMET-Meteorologe Clemens Teutsch-Zumtobel. Am Dienstagnachmittag wurden erste schwere Unwetter gemeldet. Starker Regen und feinkörniger Hagel ging über dem Raum Trattenbach - Feistritzsattel nieder. In Folge der starken Niederschläge kam es zu zwei Hangrutschungen und einem Murenabgang. Das Wasser in sonst kleinen Bächen schwoll bedrohlich an.

In der Nacht auf Mittwoch war dann Tirol Zentrum der Gewitter, auch über Oberösterreich und Salzburg gingen Unwetter nieder. Bei 14.000 Haushalten wurde in der Nacht der Strom gekappt, weil umstürzende Bäume die Leitungen abrissen. Die Feuerwehr berichtete davon, dass zahlreiche Keller ausgepumpt werden mussten. Dramatisch war die Lage auf der B187 bei Ehrwald, Lermoos und Biberwier: Gegen 22 Uhr wurden Bäume entwurzelt und schlossen Fahrzeuge eingeschlossen. Die Lenker konnten erst nach zwei Stunden befreit werden.

Blitzschläge am Badeteich

Am Mittwoch frischt im Donauraum lebhafter und böiger West- bis Nordwestwind auf. Von Kärnten über die Steiermark zum Südburgenland besteht die Gefahr von kräftigen Unwettern. Am Donnerstag setzt sich der Hochdruckeinfluss durch, der Thermometer soll dann warme, aber nicht heiße 20 bis 28 Grad anzeigen.

Die Wetterexperten warnen vor allem vor Gewittern rund um die heimschen Seen. Kleine, aber ebenso heftige Gewitter würden innerhalb von 30 Minuten aufziehen und Badende sind durch Blitzschläge und Sturmböen gefährdet. Leider wird im Laufe des Tages so gut wie ganz Österreich von Unwettern betroffen sein. Am Vormittag sollen die stärksten Gewitter über Tirol, Salzburg und Oberösterreich niedergehen. Ab Mittag ziehen sie dann über Kärnten, die Steiermark und das Burgenland. Auch in Wien soll es spätestens am Nachmittag stark regnen.

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