Österreichs Nummer 1 greift nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Dominic Thiem zog in der Nacht auf Samstag erstmals ins Finale der US Open ein. Er schlug Vorjahresfinalisten Daniil Medwedew mit einer beeindruckenden Leistung 6:2, 7:6 (7), 7:6 (5). Am Sonntag wartet im Finale der Deutsche Alexander Zverev.
Thiem: "Es war die perfekte Mischung aus Defensive und Offensive. Um einen Medwedew im Halbfinale in drei Sätzen zu besiegen, muss es eines meiner besten Spiele gewesen sein." Im Hinblick auf das Finale sagte der 27-Jährige bei "ServusTV": ""Natürlich in ich stolz, aber ich weiß auch, dass ich noch eine riesige Aufgabe vor mir habe. Tennis ist ein tougher Sport: Ich habe sechs super Partien gespielt, aber wenn ich jetzt nachlasse und verliere, bin ich nur enttäuscht."
Die beiden Finalisten kennen einander gut, sind Freunde. Thiem führt im direkten Duell mit 7:2. Der Showdown startet am Sonntag ab 22 Uhr. Zverev drehte im zweiten Halbfinale ein 0:2 in Sätzen gegen den Spanier Pablo Carreno Busta in einen Sieg um.
Für Zverev ist es die erste Finalteilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier. Thiem hat diese Erfahrung schon drei Mal gemacht. Bei den French Open musste er sich zwei Mal Sandkönig Rafael Nadal geschlagen geben. Im Endspiel der Australian Open 2020 der Nummer 1 der Welt, Novak Djokovic. Der "Djoker" wurde in New York disqualifiziert, weil er im Achtelfinale mit einem Frustschlag eine Linienrichterin am Kehlkopf getroffen hatte.
Der Finaleinzug bringt Thiem ein sattes Preisgeld von 1,27 Millionen Euro ein. Gewinnt er den Titel, wird es sogar verdoppelt.
Medwedew machte es Thiem nicht leicht. Der Russe zeigte, dass er im Vorjahr nicht durch Zufall im Finale gestanden hatte. Thiem und sein Kontrahent lieferten sich packende, lange Ballwechsel.
Im ersten Durchgang überrumpelte der Lichtenwörther seinen Gegner völlig. Der großgewachsene Medwedew kam nicht mit den Slicebällen von Thiem zurecht und gab früh sein erstes Service ab. Danach rieb sich der Russe mit Diskussionen um eine knappe Schiedsrichter-Entscheidung auf und verlor völlig den Faden. Thiem behielt einen kühlen Kopf und gewann Satz eins souverän mit 6:2.
Umgekehrte Voraussetzungen in Satz zwei: Jetzt lag Thiem früh in Rückstand, schaffte spät das Break zum Ausgleich – 5:5! Im Tiebreak hielten die Nerven. Dann kam ein kurzer Schock: Thiem musste wegen Schmerzen an der Achillessehne in der Satzpause behandelt werden.
Thiem wirkte angeschlagen und lag rasch 0:3 zurück. Er bäumte sich auf und holte sich auch den dritten Satz nach einer packenden Aufholjagd.
Ob die Verletzung im Hinblick auf das Finale ein Problem darstellen könnte? "Ich habe danach nichts mehr gespürt, aber ich bin voll mit Adrenalin. Mal sehen, wie es nach dem Aufwachen sein wird."