Halfen republikanische Abgeordnete Kapitol-Stürmern?

Sturm auf das US-Kapitol in Waschington.
Sturm auf das US-Kapitol in Waschington.picturedesk
Ein Kapitol-Stürmer behauptet, drei republikanische Abgeordnete seien in die Planung vom 6. Jänner eingeweiht gewesen. 

Ali Alexander aus Arizona ist nicht nur einer der Kapitol-Stürmer von letzter Woche, er ist auch ein Organisator der "Stop the Steal"-Bewegung, die Joe Biden als illegitimen und Donald Trump als den tatsächlich gewählten US-Präsidenten sieht.

In einem Youtube-Video sagt Alexander jetzt ganz öffentlich: "Ich habe mir die Aktion vom 6. Jänner ausgedacht – als ich mit den Abgeordneten Paul Gosar, Andy Biggs und Mo Brooks redete." Die drei genannten Politiker sind alles Republikaner.

"Der Tag, um in Ärsche zu treten"

Mit der Aktion habe "Eigendynamik und Druck" aufgebaut und "die Haltung der Abgeordneten geändert" werden sollen – dann, wenn sie "den Massen von Demonstranten gegenüberstehen", so Alexander, der mit dem gewaltsamen Eindringen ins Kapitolgebäude nichts zu tun haben will.

Die drei beschuldigten Republikaner weisen das weit von sich: Keiner von ihnen habe mit dem Überfall etwas zu tun. Mo Brooks, Abgeordneter aus Alabama, muss sich aber zumindest den Vorwurf gefallen lassen, dass er an jenem Tag von der gleichen Bühne wie später Trump der Menge Sachen zurief wie: "Heute ist der Tag, an dem amerikanische Patrioten beginnen, Namen aufzuschreiben und in Ärsche zu treten"

Auskundschafts-Touren am Tag vorher?

Haben republikanische Abgeordnete tatsächlich eine Rolle beim Capitol-Sturm gespielt? Haben Trump gegenüber loyale Abgeordnete gar dabei geholfen, dass der Mob ins Capitol eindringen konnte, um das formale Zählen der Stimmen für Biden zu verhindern? Davon ist die demokratische Abgeordnete Mickie Sherill überzeugt: "Ich habe Abgeordnete gesehen, wie sie am 5. Jänner Gruppen durch das Kapitol geführt haben" – damit diese den Ort "für den kommenden Tag auskundschaften konnten", sagt sie US-Medien.

Sie wolle dafür sorgen, dass "sie verantwortlich gemacht werden und - falls notwendig - dafür sorgen, dass sie nicht mehr Abgeordnete sein dürfen", so Sherill weiter. Rund 30 demokratische Abgeordnete schlossen sich diesen Forderungen an.

Im Zusammenhang mit dem Kapitol-Sturm vom Mittwoch letzter Woche stehen nicht nur Vorwürfe gegen Abgeordnete im Raum – auch Polizisten im Capitol sollen mit den Randalierern gemeinsame Sache gemacht haben. Ermittlungen laufen.

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